Schalke 04 steht unter Druck

Schalke 04

Auch wenn Schalkes Entscheidungsträger nichts von einer Krise wissen wollen: In Köln (Sa. 18.30 Uhr/Sky) steht die Wagner-Elf unter Druck.

Gelsenkirchen

, 28.02.2020, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Steht auch in Köln im Schalker Tor: Alexander Nübel.

Steht auch in Köln im Schalker Tor: Alexander Nübel. © dpa

Denn nach fünf sieglosen Bundesligapartien in Folge mit nur einem Torerfolg drohen die Königsblauen ins Mittelfeld der Tabelle abzurutschen. Nach einer hervorragenden Hinrunde, die alle Erwartungen übertraf, macht sich nun langsam immer mehr Enttäuschung breit. Vor allem die Art und Weise, wie sich die Blau-Weißen beim 0:5 gegen RB Leipzig präsentierten, hat viele Skeptiker auf den Plan gerufen.


Trainer David Wagner hat in den vergangenen Tagen viele Einzelgespräche geführt. Auch mit Torhüter Alexander Nübel, der gegen Leipzig völlig neben sich stand, aber in Köln erneut das Vertrauen bekommt, obwohl sein junger Konkurrent Markus Schubert nach Patellasehnenprobleme erstmals wieder zum Kader gehört.

Auch über die Pfiffe eigenen Anhänger bei einigen Ballkontakten des verunsicherten Torhüters habe er mit Nübel geredet, so Wagner und ergänzte: „Ich habe die Reaktion der Fans als wahnsinnig unterstützend empfunden, insbesondere nach dem Spiel, als sich die Mannschaft mit der Nordkurve vereint hat. Das war ein Gänsehaut-Moment in dieser Saison.“



„Woche der Wahrheit“

In Köln erwartet Wagner von seiner Elf, dass sie sich anders präsentiert als gegen Leipzig. „Es gilt für jeden: Hand heben, schlecht gespielt, ich kann’s besser, Reaktion zeigen“, forderte der Coach: „Das ist der Anspruch, den wir an uns haben.“


Schalke steht vor einer „Woche der Wahrheit“. Denn nach dem Köln-Spiel warten am Dienstag im DFB-Pokal-Viertelfinale die Bayern, ehe am Samstag das Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim auf dem Programm steht. Die Kraichgauer sind ein Mitkonkurrent um einen internationalen Qualifikationsplatz.



Neue Chance für Burgstaller?


„Wir müssen unsere Gruppe wieder dahin bringen, dass wir konstant - über ein komplettes Spiel - unser Niveau abrufen können. Das hat uns zuletzt gefehlt,“ sagte Wagner, der seinen Spielern eine gute Trainingswoche bescheinigte.

Wichtig war vor allem, dass Suat Serdar alles mitmachen konnte. Wagner hofft, dass der Nationalspieler seine Rückstände nach der Sprunggelenksprellung aufholen konnte. Gegen Leipzig spielte Serdar 70 Minuten.

Im Angriff ist neben dem gesetzten Benito Raman eine Veränderung denkbar, weil zuletzt weder Ahmed Kutucu noch Michael Gregoritsch oder Rabbi Matondo überzeugen konnten. Guido Burgstaller könnte mal wieder eine Chance erhalten, denn Spieler mit seinen kämpferischen Qualitäten dürften in Köln besonders gefragt sein.


Euphorie in der Domstadt


In der Domstadt herrscht große Euphorie, nachdem die neuen „Macher“, Trainer Markus Gisdol und Manager Horst Heldt, der Mannschaft zu Geschlossenheit und Stabilität verhalfen. Sechs ihrer letzten acht Bundesligabegegnungen gewannen die Kölner, zuletzt spektakulär mit 5:0 bei der krisengeschüttelten Hertha. Von einer Kölner Favoritenstellung will der frühere Schalker Manager Horst Heldt aber nichts wissen: „Schalke hat die Qualität, jederzeit den Schalter in eine positive Richtung umzulegen“.

Die Gastgeber müssen allerdings auf den von Schalke ausgeliehenen Mark Uth wegen einer Vertragsklausel verzichten. Uth, der in seiner Geburtsstadt aufblühte, ärgert sich darüber, dass er die Partie nur von der Tribüne aus verfolgen kann: „Schön finde ich das nicht, aber ich muss das akzeptieren.“