Schalke 04 und der große Umbruch

Schalke 04

Schalke 04 plant seine Zukunft, die im sportlichen Bereich einen großen Umbruch beinhaltet. Alle Mannschaftsteile werden betroffen sein.

Gelsenkirchen

, 09.06.2020, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fleißig, aber ohne Durchschlagskraft: Allesandro Schöpf (mit Ball).

Fleißig, aber ohne Durchschlagskraft: Allesandro Schöpf (mit Ball). © dpa

Angesichts der massiven Finanzprobleme des Vereins soll der Kader nicht mehr als 25 Spieler umfassen. Momentan gehört genau diese Zahl zum aktuellen Schalker Aufgebot. Hinzu kommen aber noch zehn ausgeliehene Spieler, von denen mit Ausnahme von Bernard Tekpetey (Düsseldorf, Leihende 30 Juni 2021) neun vertraglich ab dem 1. Juli wieder dem FC Schalke 04 angehören.

Mit Ausnahme von Torhüter Ralf Fährmann ist aber sonst niemand dabei, mit dem die Königsblauen für die neue Saison planen. Der zur Rückrunde ausgeliehene Mark Uth ist zwar beim 1. FC Köln sportlich aufgeblüht und könnte in dieser Verfassung den Blau-Weißen helfen, aber der Stürmer will lieber in seiner Geburtsstadt bleiben.

Uth will in Köln bleiben


Und auch Köln hat großes Interesse, Uth in seinen Reihen zu behalten. „Wir würden sehr gerne mit ihm planen. Er würde auch gerne bei uns bleiben“, sagte kürzlich FC-Coach Markus Gisdol über den Angreifer. Das große Hindernis für Köln ist die Höhe der Kaufoption von zehn Millionen Euro.

Die Schalker Finanzen spielen auch eine erhebliche Rolle bei der Kaderplanung. Aktuell steht sich die Lage in den verschiedenen Mannschaftsteilen wie folgt dar.

Das „fleißige Phantom“


Tor: Schalkes ursprünglicher Plan, in die neue Saison mit Markus Schubert und Ralf Fährmann zu gehen, ist längst Makulatur. Denn Schubert hat seine Bundesligareife noch nicht nachweisen können, während bei Fährmann nicht sicher ist, ob er diese noch besitzt. Neuester Kandidat für das Schalker Tor ist angeblich der Spanier Sergio Rico, der derzeit vom FC Sevilla an Paris Saint-Germain ausgeliehen ist.

Abwehr: Die Leihspieler Jean-Clair Todibo und Jonjoe Kenny sind aus finanziellen Gründen nicht zu halten. Bei Todibo ließen die Königsblauen bereits die Kaufoption verstreichen. Benjamin Stambouli wird zwar hochgeschätzt, doch wenn er nicht finanzielle Abstriche in Kauf nimmt, ist für den Franzosen am Saisonende auf Schalke Schluss. Timo Becker winkt dagegen ein Profivertrag.


Mittelfeld: Ähnlich wie bei Stambouli würde Schalke Daniel Caligiuri gerne behalten, doch die Finanzlage spricht dagegen. Mit 32 Jahren biegt der Deutsch-Italiener auch schon auf die Zielgeraden seiner Karriere ein, sodass sein Abschied am Saisonende eher naht als eine Vertragsverlängerung. Insgesamt scheint Schalke im Mittelfeld im Vergleich zu anderen Mannschaftsteilen noch am besten besetzt, vorausgesetzt, Spieler wie Omar Mascarell, Amine Harit und Suat Serdar bleiben verletzungsfrei.

Torarmut macht Sorgen


Enttäuscht sind die Königsblauen hingegen über die aktuelle Leistungsentwicklung von Weston McKennie und Alessandro Schöpf. Von McKennie wird mehr Professionalität erwartet, während Schöpf zwar regelmäßig zu den laufstärksten Schalker Spielern gehört, aber in den Partien selbst meistens „untertaucht“. Das „fleißige Phantom“ hat in dieser Saison in der Bundesliga bisher weder getroffen noch eine Torvorbereitung geschafft.



Angriff: Dieser Mannschaftsteil ist einer der größten Baustellen beim FC Schalke 04. Hier besteht für Sportvorstand Jochen Schneider und Kaderplaner Michael Reschke dringender Handlungsbedarf, weil die Torarmut der Angreifer mit den Schalker Ansprüchen überhaupt nicht übereinstimmt.

Torgefährlicher Stürmer dringend gesucht


Der ausgeliehene Michael Gregoritsch enttäuschte und wird zum FC Augsburg zurückkehren, während mit dem ausgeliehenen Cedric Teuchert wohl eine Einigung gelingt, dass er bei Hannover 96 bleiben darf. Ob Steven Skrzybski aus Düsseldorf zurückkehrt, hängt wesentlich davon ab, ob die Fortuna den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft.

Dringend benötigt Schalke einen Stürmer in der Zentrale, der Tore garantiert. Guido Burgstaller scheint trotz vorbildlichen Einsatzes dazu nicht mehr in der Lage. Und Ahmed Kutucu (drei Tore) hat bei Trainer David Wagner einen schweren Stand.

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