Schalke bleibt auf Sparkurs: Profis stimmen weiterem Gehaltsverzicht zu

Schalke 04

Rechtzeitig vor dem Kellerduell in Mainz ist die Kuh vom Eis: Bis Ende Juni 2021 verzichten Schalkes Lizenzspieler auf einen Teil ihres Gehaltes. Erstes Sparpaket brachte ca. 10 Mio. Euro.

Gelsenkirchen

, 05.11.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider: „Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft.“

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider: „Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft.“ © dpa

Das hatte Schalke gerade noch gefehlt. Kurz vor dem Kellerduell in Mainz hatte die Bild-Zeitung berichtet, Schalkes Profis hätten die Vorschläge der Chefetage zu einem weiteren Gehaltsverzicht abgelehnt. Feilschen im Keller - ein fatales Bild, das so entstanden wäre. Und nach Schalker Vereinsangaben obendrein auch noch ein falsches...

„Einigung wie erwartet“

Denn am späten Nachmittag meldeten sich die Königsblauen mit der Info, dass die Kuh vom Eis sei. Und zwar in dem Sinne, dass die Mannschaft einem zweiten Gehaltsverzicht zugestimmt habe. Sportvorstand Jochen Schneider: „Wir haben mit der Mannschaft – wie erwartet – eine Einigung zu einem weiteren Gehaltsverzicht erzielt und einen sehr guten, einvernehmlichen Kompromiss gefunden, der den Zeitraum 1. August 2020 bis 30. Juni 2021 umfasst.“

Ausdrücklich ist also die Rede von einem Gehaltsverzicht und nicht von einer Gehaltsstundung. Das bedeutet: Es gibt keine Vereinbarung, dass das eingesparte Geld nachträglich doch noch auf die Spieler-Konten überwiesen wird. Aus gutem Grund: Denn aktuell ist nicht absehbar, wie lange es die Geisterspiele, die den Verein wegen der fehlenden Einnahmen zum Sparen zwingen, noch geben wird. Besonders rosig sind die Aussichten, dass in dieser Saison überhaupt nochmal vor „vollem Haus“ oder zumindest vor teilweise besetzten Rängen gespielt werden kann, aktuell ja nicht.

Verzicht, nicht Stundung

Die Situation gegenüber dem Frühjahr bzw. Sommer hat sich also nicht verbessert, eher im Gegenteil. Und mit Europapokal-Einnahmen, dazu rät der Blick auf die Tabelle, sollte aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft besser nicht kalkuliert werden, das könnte böse enden. Das leuchtete offensichtlich auch den Schalker Profis ein. Irritierend in den letzten Tagen und Wochen war nur, dass sich die Gespräche dann doch ein Weilchen hinzogen. Daraus nun eine Verweigerungshaltung der Mannschaft zu schließen wäre laut Jochen Schneider allerdings eine völlig falsche Interpretation.

„Entgegen anderslautender Behauptungen gab es schon seit dem Sommer einen klaren Zeitplan, der mit Blick auf die verlängerte Transferperiode abgestimmt wurde. Vorgesehen war, dass wir in der kommenden Länderspielpause die Vereinbarung, die seit einiger Zeit mündlich steht, finalisieren und uns erst dann öffentlich äußern. Es ging nur noch um Details und Modalitäten“, so Schneider.

Schneider lobt Mannschaft

Schalkes Sportvorstand lobt die Spieler ausdrücklich für ihre Hilfsbereitschaft: „Die Mannschaft hat sich ebenso verständnisvoll für die schwierige Situation des Vereins gezeigt wie schon im Frühjahr dieses Jahres. Mir ist wichtig: Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft, sondern immer ein konstruktives Miteinander. Es ist mir ein ausdrückliches Anliegen, hier auch die Zusammenarbeit mit dem Mannschaftsrat und die Haltung des gesamten Teams positiv zu erwähnen.“

Das erste Sparpaket vom Frühjahr bis zum Sommer, an dem sich auch Trainer-Stab, Vorstandsteam und leitende Angestellte beteiligt hatten, soll dem Verein Einsparungen in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro eingebracht haben.

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