Schalke-Coach David Wagner: „Es gibt Größeres als Alexander Nübel und seinen Transfer“

Schalke 04

Jetzt ist es offiziell – Alexander Nübel wechselt im Sommer nach München. S04-Trainer Wagner reagiert gelassen, aber die Kapitänsbinde ist der Torhüter los. Und was ist mit dem Stammplatz?

Fuente Alamo

, 05.01.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Coach David Wagner: „Es gibt Größeres als Alexander Nübel und seinen Transfer“

Kurze Pause: Alexander Nübel lehnt sich im Trainingslager in Spanien an einen Torpfosten – ob er seinen Stammplatz im S04-Tor behält, ist unklar. © dpa

Der Schuss von Suat Serdar war hart und platziert, ins Tor ging er aber nicht. Alexander Nübel bekam seine Hand dazwischen und begrub den Ball im Nachfassen unter sich. „Festgehalten!“, rief er, und der Stolz darüber war ihm anzuhören.

Schalkes Profis trainierten an diesem Sonntagmorgen Torschüsse, sie machten ihre Sache gut, doch mehr als einmal verhinderte Alexander Nübel, dass die Bälle in den Maschen des Tornetzes landeten. Der Keeper ist eben ehrgeizig – selbst im Training.

So reagieren die Schalker Verantwortlichen

Ehrgeizig ist Nübel auch, was seine Karriere betrifft. Hatte er am Sonntag vor Weihnachten noch bekannt gegeben, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle, so folgte am Samstag der nächste Schritt: Bayern München ließ verlauten, dass Nübel sich im Sommer dem Rekordmeister anschließen würde, Nübel bekommt dort einen Fünfjahresvertrag.

Vor Weihnachten hatten die Schalker Verantwortlichen noch ungewohnt deutlich auf die Absage Nübels reagiert (Sportvorstand Jochen Schneider: „Verstehen müssen wir seine Entscheidung indes nicht“). Jetzt gaben sich Schneider und Trainer David Wagner deutlich gelassener. „Ich bin froh, dass schon zu Beginn des Trainingslagers in dieser Sache Klarheit besteht“, sagte Wagner am Samstag, „jetzt können wir uns alle aufs Wesentliche konzentrieren.“

Kapitän für ein halbes Jahr

Eine wichtige Konsequenz hatte Wagner allerdings aus der Ankündigung Nübels gezogen. Erst vor der Saison hatte der Trainer den Torwart zum Mannschaftskapitän ernannt – diese Entscheidung machte er jetzt wieder rückgängig. „Wir haben uns verständigt, dass Alex das Kapitänsamt abgibt“, gab der Coach bekannt. Es habe ein zehnminütiges Gespräch gegeben, bei dem „alle Pros und Contras auf den Tisch“ kamen.

„Wir sind zusammen zu dem Entschluss gekommen, dass es für alle am besten ist, wenn er das Amt abgibt“, fasste Wagner zusammen. Ansonsten würde es immer wieder zu Diskussionen kommen. „Es gibt Größeres als Alexander Nübel und seinen Transfer“, so Wagner.

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Neuer Kapitän wird Omar Mascarell. Der Spanier, einer der Gewinner der Hinrunde, war gemeinsam mit Benjamin Stambouli bereits Vizekapitän gewesen und hatte in den letzten beiden Spielen, als Nübel wegen seiner Rotsperre nicht mitspielen durfte, die Binde getragen.

Mannschaftskapitän ist Nübel also nicht mehr – doch kehrt er nach Absitzen seiner Rotsperre wieder als Nummer eins ins Schalker Tor zurück? Gegen Borussia Mönchengladbach und (pikanterweise) Bayern München muss der 23-Jährige noch aussetzen, beim Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin am 31. Januar wäre er theoretisch wieder spielberechtigt.

Das sagt Bayern-Trainer Hansi Flick

David Wagner wollte sich in dieser Angelegenheit noch nicht festlegen. „Das steht für mich gerade gar nicht zur Debatte“, wehrte er ab. „Markus Schubert hat die letzten zweieinhalb Spiele sehr sehr gut gespielt, er wird die nächsten beiden Spiele auch im Tor stehen“, so der Trainer. „Bis dahin kann soviel passieren, darüber mache ich mir zurzeit keine Gedanken.“

Bayern-Trainer Hansi Flick ließ indes keinen Zweifel daran, wie er die Rangliste im Bayern-Tor sieht. „Manuel Neuer ist aktuell der weltbeste Torwart“, sagte Flick zum Auftakt des Trainingslagers in Katar. Bayern solle alles daran setzen, den Vertrag mit Manuel Neuer zu verlängern. Gut möglich also, dass sich Alexander Nübels Ehrgeiz in der kommenden Saison auf die Trainingseinheiten beschränken muss...

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