Schalke fehlt das "Herzstück": Saison-Aus für Naldo

Vor Hoffenheim-Spiel

Am Mittwochabend, nach seiner vorzeitigen Auswechslung im Europa-League-Spiel gegen Saloniki, hatte Naldo noch Optimismus versprüht. Die Verletzung fühle sich für ihn nicht so schlimm an. Jetzt fällt er für den Rest der Saison aus. Schon zuhause gegen Hoffenheim (Sonntag, 17.30 Uhr) muss Schalke in der Abwehr improvisieren.

GELSENKIRCHEN

25.02.2017, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kurz nach der Auswechslung im Spiel gegen PAOK Saloniki war Schalkes Defensiv-Mann Naldo noch optimistisch, mittlerweile steht fest: Der 34-Jährige fällt für den Rest der Saison aus.

Kurz nach der Auswechslung im Spiel gegen PAOK Saloniki war Schalkes Defensiv-Mann Naldo noch optimistisch, mittlerweile steht fest: Der 34-Jährige fällt für den Rest der Saison aus.

Auch ein so erfahrener Profi wie Naldo kann sich irren. Keine 24 Stunden nach dem Rückspiel gegen PAOK Saloniki erhielt der Deutsch-Brasilianer in der Bochumer Viktoria-Klinik eine niederschmetternde Diagnose. Für den 34-Jährigen ist die Saison gelaufen.

Teilabriss im Adduktorenbereich

Schalke muss am Sonntag gegen 1899 Hoffenheim auf sein Abwehr-Ass verzichten, der sich gegen Saloniki einen Teilabriss im Adduktorenbereich zuzog. Das ist eine seltene Verletzung, wie Schalkes Sportdirektor Axel Schuster erklärte, aber drei Spezialisten waren sich einig. Ob Naldo operiert werden muss, ist noch offen.

Der Innenverteidiger ist der sechste Stammspieler, der den Königsblauen seit Saisonbeginn längerfristig nicht zur Verfügung steht. Coke, Embolo, Baba, Huntelaar und Di Santo fallen bzw. fielen ebenfalls für viele Monate aus. Kein Wunder, dass Trainer Markus Weinzierl und Manager Christian Heidel am Freitag fassungslos die nächste Hiobsbotschaft von der Verletzten-Front kommentierten. Weinzierl: „Das ist sehr, sehr bitter.“

Heidel: "Wir brauchen kein Mitleid"

Heidel bemühte die Statistik, um den Wert von Naldo für die Schalker Mannschaft zu verdeutlichen. „Seit der Umstellung auf die Dreierkette am sechsten Spieltag haben wir die wenigsten Gegentore kassiert. Wir brauchen kein Mitleid, aber so viele verletzte Stammspieler in einer Saison, das habe ich während meiner Manager-Tätigkeit noch nicht erlebt.“

Natürlich hat sich der 53-Jährige den Kopf zerbrochen, ob es eine Ursache für die Verletztenmisere gibt. Doch Heidel ist nicht fündig geworden. „Jede Verletzung war anders gelagert“, so der Schalker Manager. Bei Embolo war es ein überharter Einsatz eines Gegenspielers, Huntelaar verletzte sich im Training, während Naldo ohne Fremdeinwirkung im Spiel umknickte.

Schock zur Unzeit

Der nächste Verletzungsschock trifft die Königsblauen zur Unzeit. Einerseits war die Dreierkette mit Höwedes, Naldo und Nastasic hervorragend eingespielt, andererseits wartet noch ein Mammutprogramm auf die Königsblauen mit drei weiteren englischen Wochen nach dem Hoffenheim-Spiel.

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„Der Ausfall von Naldo hat schon eingeschlagen bei uns. Ich hoffe, dass wir jetzt alle noch enger zusammenrücken, um das auszugleichen“, so Heidel. Viele Alternativen hat Weinzierl im Abwehrbereich nicht. Holger Badstuber dürfte jetzt erste Wahl in der Innenverteidigung sein, ansonsten bleibt Weinzierl nur noch der junge Thilo Kehrer.

Systemänderung denkbar

Denkbar ist auch, dass der Schalker Trainer über eine Systemänderung nachdenkt und auf eine Viererkette umstellt. „Wir müssen überlegen, was die beste Strategie ist“, so der 42-Jährige. Gegen Hoffenheim wartet auf Schalke nun das nächste Schlüsselspiel. „Wir müssen höllisch aufpassen und brauchen eine ähnlich gute Leistung wie gegen Hertha und in Köln, um erfolgreich zu sein“, betonte Weinzierl. Eins ist klar: Ohne Naldo, das „Herzstück“ der Innenverteidigung, wird die Aufgabe gewiss nicht einfacher.

Schalke: Fährmann - Nastasic, Höwedes, Badstuber - Schöpf, Goretzka, Stambouli, Bentaleb, Kolasinac - Caligiuri, Burgstaller