Schalke hält Stambouli und verliert Poker um Schwolow

Schalke 04

Kaum hat der FC Schalke 04 das Training wieder begonnen, fallen wichtige Personalentscheidungen. Einmal zur Freude, einmal zur Enttäuschung der Blau-Weißen.

Gelsenkirchen

, 04.08.2020, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bewies Verhandlungsgeschick bei Benjamin Stambouli: Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider.

Bewies Verhandlungsgeschick bei Benjamin Stambouli: Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider. © dpa

Diese Nachricht sorgte gestern Nachmittag bei vielen Schalker Fans für freudige Gesichter. Benjamin Stambouli bleibt den Königsblauen treu. Der Franzose unterzeichnete einen neuen Drei-Jahres-Vertrag.

Für Stambouli ist der Verbleib in Gelsenkirchen eine Herzensangelegenheit: „Ich freue mich sehr, dass ich weiter für Schalke spielen werde. Jeder weiß, wie sehr mir der Klub und insbesondere unsere Fans am Herzen liegen. Jetzt werden wir alles daransetzen, eine gute Saison zu spielen.“

Frohe Botschaft per Video

Wie wichtig dem FC Schalke 04 diese Meldung war, wurde auch daran deutlich, in welcher Form der Bundesligist die Vertragsverlängerung auf seiner Homepage und in den sozialen Medien verkündete. Ein Video mit Stambouli als Hauptdarsteller verkündete die frohe Botschaft für die Blau-Weißen.

In seinem bisher vier Jahren auf Schalke entwickelte sich der 29-Jährige mehr und mehr zum Leistungsträger und Publikumsliebling. Er lebt den Verein wie kaum ein anderer im aktuellen Kader. Trotz seiner langwierigen Fußverletzung fuhr der Franzose in der Endphase der vergangenen Saison zu den Schalker Auswärtsspielen, um seine Mannschaft von der Tribüne anzufeuern.

Auf Geld verzichtet

Dass sein Herz für Schalke schlägt, ist beim Defensivspezialisten offenbar keine Floskel. Denn Stambouli hatte unter dem damaligen Schalke-Manager Christian Heidel einen lukrativen Vertrag erhalten, der ihm pro Saison angeblich bis zu vier Millionen Euro sicherte. Der neue Kontrakt dürfte wesentlich geringer ausfallen, weil die finanziell angeschlagenen Schalker intern eine Gehaltsobergrenze von 2,5 Millionen Euro pro Jahr festgelegt haben. Das ist natürlich immer noch sehr viel Geld, aber Stambouli setzt damit auch ein Zeichen, dass ihm der Klub etwas bedeutet.

Schneider schärft Profil

Mit der Vertragsverlängerung von Stambouli hat Sportvorstand Jochen Schneider sein Profil geschärft und viel Verhandlungsgeschick bewiesen. Denn nachdem der Vierjahres-Vertrag des Franzosen am 30. Juni 2020 ausgelaufen war, schienen sich die Wege des Spielers und des Vereins zu trennen. Doch Stambouli konnte überzeugt werden.

In die Röhre guckt Schalke dagegen bei Alexander Schwolow. Der Wunschkandidat für das Schalker Tor wechselt überraschend vom SC Freiburg zu Hertha BSC. Jochen Schneider mochte sich zu dieser Entscheidung im Gespräch mit dieser Zeitung nicht detailliert äußern. „Wir haben drei gute Torhüter in unserem Kader“, so der 49-Jährige. Ob Schalke sich nun anderweitig umschauen wird, wollte Schneider nicht kommentieren. Es war jedoch ein offenes Geheimnis, dass Schwolow verpflichtet werden sollte, weil Markus Schubert, Ralf Fährmann und Michael Langer nicht das hundertprozentige Vertrauen der sportlichen Leitung besitzen.

Dass Schalke den Transferpoker um Schwolow verlor, macht aber zudem deutlich, wie eng der Finanzrahmen gesteckt ist. Die Zeiten sind erst einmal vorbei, in denen der Kultklub viele Millionen für Spieler ausgeben kann. Sparen bleibt für die Königsblauen auch weiterhin das Gebot der Stunde. Noch gibt es keinen Neuzugang.

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