Schalke-Leihgabe Jonjoe Kenny und sein Kindheitstraum

Schalke 04

Schalkes Transferpolitik war in den letzten Jahren nicht immer glücklich. Mit einer Leihgabe haben die Königsblauen aber bisher alles richtig gemacht.

Gelsenkirchen

, 12.11.2019, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Leihgabe Jonjoe Kenny und sein Kindheitstraum

Jonjoe Kenny (Mitte) geht keinem Zweikampf aus dem Weg. © dpa

An ihm hat der FC Schalke 04 bisher sehr viel Freude: Jonjoe Kenny verrichtet seinen Job auf der rechten Abwehrseite mit einer Selbstverständlichkeit, die nicht nur vielen Anhängern des FC Schalke 04 imponiert. In allen elf Bundesligaspielen stand der erste britische Kicker der Schalker Vereinsgeschichte in der Startelf.



Mit seinen erst 22 Jahren hat Kenny den Sprung in die Bundesliga problemlos geschafft. Schalke dürfte alles daransetzen, dass die Leihe mit dem FC Everton entweder fortgesetzt oder der Verteidiger fest verpflichtet wird. Leicht wird dieses Vorhaben jedoch nicht werden. Denn die Königsblauen besitzen keine Kaufoption für Kenny, der beim FC Everton noch einem Vertrag mit einer Laufzeit bis 2022 besitzt. Zumindest aktuell sind die Toffees mit Kapitän Seamus Coleman, Djibril Sidibé und Cuco Martina auf der Rechtsverteidiger-Position stark besetzt.



Dank an FC Everton



Kenny macht sich über seine Zukunft derweil noch keine Gedanken. „Der Fußball ist sehr schnelllebig. Ich bin dem FC Everton sehr dankbar, dass er mir den Wechsel ermöglicht hat. In der Bundesliga habe ich schon sehr viel gelernt“, so der Rechtsverteidiger, der dreimal in der Woche Deutschunterricht hat, um die neue Sprache schnell zu erlernen. Kenny: „Mittlerweile verstehe ich vieles. Aber wenn die Leute schnell auf mich einreden, habe ich noch Mühe zu folgen“.



Auf dem Platz hatte der Brite, der ab der U17 Spiele für alle englischen Nachwuchsnationalmannschaften absolvierte und mit der U20 Weltmeister wurde, überhaupt keine Anpassungsprobleme. „In Everton hatte ich ja auch schon einige Partien in der Premier League bestritten. Nun mache ich den nächsten Schritt“, so Kenny.



Erstes Bundesligator gegen Hertha BSC



Auch über sein erstes Bundesligator durfte sich der gebürtige Liverpooler bereits freien. Gegen Hertha BSC traf er mit dem starken rechten Fuß zum 3:0-Endstand.

Sollte es so weiter gehen, könnte sich der ehrgeizige Brite womöglich auch einen Kindheitstraum erfüllen, nämlich A-Nationalspieler zu werden. „Aber gerade auf der Rechtsverteidigerposition haben wir fantastische Spieler“, weiß Kenny. Aber es wäre eine Riesenehre für ihn, wenn er für sein Land auflaufen dürfte.



Seine Eltern und Freunde besuchen ihn so oft wie möglich in seiner neuen Fußball-Heimat, wo er sich gut eingelebt hat. Kenny: „Mit Trainer David Wagner gibt es einen engen Austausch. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Aber ich schaue mir jedes Spiel auch persönlichen Gesichtspunkten an. Was hätte ich in der und der Situation besser machen können?“




Keine Neigung zur Euphorie



Das Heimspiel gegen Düsseldorf bot sicher einigen Anschauungsunterricht, weil selbst eine dreimalige Führung nicht zum Sieg ausreichte. Was mit Schalke in dieser Spielzeit tabellenmäßig möglich ist, vermag Kenny noch nicht zu beurteilen. „Wir haben erst November. Lassen Sie uns im April noch einmal darüber sprechen“, sagte der junge Brite. Schalke habe eine extrem schwierige Saison hinter sich. Deshalb bleibt Kenny auf dem Boden und ist kein Freund davon, zu viel Euphorie zu wecken. Auch das ist eine Charaktereigenschaft, die gut zu Schalke passt.

Schlagworte: