Schalke-Stürmer Ahmed Kutucu tritt auf der Stelle

Schalke 04

Außer Spesen nichts gewesen! Die neue Saison verläuft für Ahmed Kutucu bisher enttäuschend. Nicht nur bei Schalke, auch in der Nationalelf.

Gelsenkirchen

, 12.10.2020, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wartet auf Schalke auf den Durchbruch: Ahmed Kutucu.

Wartet auf Schalke auf den Durchbruch: Ahmed Kutucu. © dpa

Für drei Länderspiele mit der Türkei in der neuen Nations-League-Saison hatte der junge Schalker zwar eine Einladung erhalten, aber gespielt hat Kutucu nur in der ersten Partie eine Halbzeit lang. Beim 0:1 gegen Ungarn wurde er bereits nach 45 Minuten ausgewechselt.

Gegen Serbien (0:0) und zuletzt gegen Russland (1:1) schaffte es der Angreifer nicht einmal in den Kader der türkischen Nationalmannschaft. In dieser Woche hat der Schalker Stürmer wenigstens noch eine Chance, ein bisschen Spielpraxis zu sammeln. Denn am Mittwoch steht ein weiteres Nations-League-Spiel gegen Serbien auf dem Programm. Sollte Kutucu aber hier auch nicht spielen, dann hätte er zwei Wochen quasi verloren. Im Nachhinein wäre es dann wohl besser gewesen, auf Schalke den neuen Trainer Manuel Baum mit guten Trainingsleistungen zu überzeugen.

Oft nur noch Bankdrücker

So aber kommt man nicht um den Eindruck herum, dass Kutucu sportlich in der türkischen Nationalmannschaft auf der Stelle tritt. Sein Durchbruch bleibt noch aus.

Ähnlich ist seine Entwicklung beim FC Schalke 04. Der ehemalige Schalker Trainer David Wagner lobte den 20-Jährigen zwar beständig für seine Einsatzbereitschaft und attestierte ihm gute Zukunftsperspektiven, doch die Realität auf dem Platz war eine andere. Beim 0:8-Desaster zum Saisonauftakt in München saß Kutucu 90 Minuten auf der Bank.

Noch keine Minute gespielt

Am zweiten Spieltag schaffte es der türkische Nationalspieler bei der 1:3-Heimniederlage gegen Werder Bremen noch nicht einmal in den Kader. In Leipzig bei der 0:4-Schlappe saß Kutucu wieder 90 Minuten auf der Bank.

Kein Wunder, dass bei solch einer tristen Zwischenbilanz immer wieder Wechselgerüchte um den gebürtigen Gelsenkirchener die Runde machten. Aus der Bundesliga sollen Hoffenheim, Union Berlin und Aufsteiger Arminia Bielefeld an Kutucu interessiert gewesen sein. Doch konkret wurde nichts, ebenso wenig wie beim angeblichen Kontakt zwischen dem Schalker-Stürmer und dem italienischen Erstligisten Sassuolo.

Neue Konkurrenz im Angriff

Fakt bleibt damit, dass die sportliche Situation für Kutucu äußerst unbefriedigend ist, zumal er bei den Königsblauen neue Konkurrenten mit dem ausgeliehenen Goncalo Paciencia von Eintracht Frankfurt und Routinier Vedad Ibisevic bekommen hat. Eine Entscheidung, die Lothar Matthäus nicht nachvollziehen kann. Damit würden „Hoffnungsträger wie Kutucu demoralisiert“, schrieb der Weltmeister von 1990 unlängst in seiner Sky-Kolumne. Matthäus hält offenbar nach wie vor große Stücke auf Kutucu.

Man darf nun gespannt sein, wie der neue Schalke-Trainer Manuel Baum mit einem der dienstältesten Schalker Spieler (seit 2011 im Verein) plant. Von Baum wird aufgrund seiner Vita als Trainer verschiedener deutscher Jugendnationalteams erwartet, dass er gerade junge Spieler besser machen kann. Kutucu hat nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr er den Königsblauen verbunden ist. Er ist in Gelsenkirchen fest verwurzelt.

Fest verwurzelt in Gelsenkirchen

Aber seine sportliche Entwicklung dürfte ihn mehr und mehr zu der Erkenntnis bringen, dass ihm ein Tapetenwechsel guttun dürfte, wenn sich an seiner Situation auf der Ersatzbank nicht Grundlegendes ändert.

„Es bedeutet mir ungeheuer viel, hier einen Profivertrag unterschrieben zu haben“, sagte der Stürmer bei seiner Vertragsunterzeichnung auf Schalke im Jahr 2018. Wer Kutucu kennt, weiß, dass dieser Satz weiter Bestand hat. Doch wenn er nicht nur Bankdrücker sein will, muss er sich Gedanken machen. Womöglich schon in der Winterpause.

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