Schalke-Stürmer Benito Raman fühlt sich von einer Last befreit

Schalke 04

Als sich die Schalker Spieler kurz vor Mitternacht auf den Weg zum Mannschaftsbus machten, war in ihren Gesichtern viel Erleichterung zu sehen.

Gelsenkirchen

, 30.10.2019, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Stürmer Benito Raman fühlt sich von einer Last befreit

Große Freude: Benito Raman gelingen zwei Tore für Schalke in Bielefeld. © dpa

So wie es Mark Uth formulierte, empfanden es wohl auch die meisten seiner Mitspieler nach dem Zittersieg in Bielefeld. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte der Stürmer, der sich mit zwei Torvorbereitungen in der ersten Halbzeit eindrucksvoll zurückgemeldet hatte. Nachdem der 28-Jährige zuletzt auf der Ersatzbank gesessen hatte, empfahl sich der Nationalspieler für weitere Einsätze.



Damit war er jedoch nicht der einzige Schalker Spieler. Auch Ozan Kabak, der nach dem Ausfall von Benjamin Stambouli erstmals in einem Pflichtspiel in der Startformation stand und gleich 90 Minuten durchspielen durfte, liegt auf der Lauer. „Die letzten Wochen waren hart. Mir hat mein Auftritt gut gefallen. Ich konnte dem Trainer zeigen, was ich draufhabe“, so der türkische Nationalspieler, der hofft, nun auch beim nächsten Bundesligaspiel in Augsburg zu spielen.


Kabak zeigt seine Stärken



Vor allem in der ersten Halbzeit überzeugte der Innenverteidiger mit seiner Schnelligkeit und kompromisslosem Zweikampfverhalten. Nach dem Seitenwechsel konnte er dieses Niveau zwar nicht ganz halten, den positiven Gesamteindruck konnte das jedoch nicht trüben.



„Das war stark. Ich kenne Ozan schon als Gegenspieler aus Stuttgart“, lobte Harit den Verteidiger. Ähnlich urteilte Uth: „Ozan hat viele Zweikämpfe gewonnen. Das ist wichtig, wenn er nach so einer langen Zeit mal die Chance bekommt“.




Erster Doppelpack




Ähnliches galt für Benito Raman, der nach sechs Wochen Verletzungspause nicht nur wegen seiner zwei Tore ein gutes Startelf-Comeback feierte. Der Belgier war erleichtert nach seinem ersten Doppelpack für die Königsblauen: „Es war schwer, ins Team zurückzukehren. Die beiden Toren haben eine Last von meinen Schultern genommen.“



Drei Bundesligaspiele hatte der Neuzugang von Fortuna Düsseldorf zum Saisonstart bestritten, dann musste er wegen Sprunggelenksproblemen eine Pause einlegen. Danach war der Weg zurück in die Startelf versperrt, weil die Schalker Mannschaft starke Leistungen bot und Trainer David Wagner wenig Grund zum Wechseln hatte. Auch wegen der Torflaute von Guido Burgstaller erhielt Raman eine Chance und nutzte sie, auch wenn der 24-Jährige einräumte, „wir hätten nach guten 70 Minuten schon 4:0 oder 5:0 führen können“.


Nübel spart nicht mit Selbstkritik



Sein Trainer Wagner ordnete die Partie als Teil eines sportlichen Prozesses ein. „Wir entwickeln uns weiter. Dieses Spiel hilft uns dabei, denn die Jungs wissen jetzt, dass auch ein 3:0 seriös zu Ende gebracht werden muss und eine Partie nach einem Anschlusstreffer ganz schnell kippen kann“, erklärte der 48-Jährige. Er werde mit seinen Spielern „über die letzten 20 Minuten genauso reden wie über die ersten 70 Minuten.“ Vieles sei gut gewesen, einiges zum Ende hin schlecht. Wagner: „In der Endsumme war das Weiterkommen verdient.“



Alexander Nübel sparte nicht mit Selbstkritik. „Wir waren darauf vorbereitet, dass es ein schweres Spiel für uns werden wird. Ich bin froh, dass wir weitergekommen sind, aber die letzten 20 Minuten waren wahrlich nicht die besten von uns in dieser Saison, da waren wir zu passiv und haben die Bälle nicht mehr in die Tiefe gespielt“, so der Schalker Torhüter.



Doch am Ende zählte für die Königsblauen nur die Qualifikation für die nächste Pokalrunde, die Anfang Februar 2020 ausgetragen wird.

Schlagworte: