Schalke-Trainer David Wagner setzt auf mutige Taktik in München

Schalke 04

Der FC Bayern gehört keineswegs zu den Schalker Lieblingsgegnern. Doch mit einer mutigen Taktik soll am Samstag (18.30 Uhr) versucht werden, in der Allianz Arena zu punkten.

Gelsenkirchen

, 24.01.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Trainer David Wagner setzt auf mutige Taktik in München

Immer engagiert an der Seitenlinie: Schalke-Trainer David Wagner. © dpa

Mitte der Woche versammelte David Wagner seine Spieler einmal kurz in der Kabine und stellte ihnen nur eine Frage: „Wer von euch hat in seiner Karriere eigentlich schon mal gegen den FC Bayern München gewonnen?“ Das Ergebnis fiel – wie vom Schalker Trainer nicht anders erwartet – recht ernüchternd aus. „Sascha Riether meldete sich, aber er zählt ja nicht, weil er nicht mehr aktiver Spieler ist“, berichtete Wagner mit einem Schmunzeln.


Also blieb nur noch Daniel Caligiuri übrig, der als einziger Spieler aus dem aktuellen S04-Kader einen Sieg gegen die Bayern bejubeln durfte: Im Trikot des VfL Wolfsburg im Januar 2015 mit 4:1.


Sieg wäre „der Wahnsinn“


Ob sich diese dürftige Bilanz am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der Allianz Arena ändern wird? David Wagner ist jedenfalls fest entschlossen, auch beim deutschen Rekordmeister sich nicht nach dem Gegner zu richten, sondern auf die eigene Spielweise zu konzentrieren. „Alles andere wäre ja Schwachsinn. Wir wollen unsere Art des Fußballspielens auch in München nicht ändern“, betonte der Schalker Coach, der verbal dennoch tief stapelte. Ein Sieg in München wäre für ihn „der Wahnsinn“.


Doch nach dem überzeugenden Spiel gegen Mönchengladbach haben die Königsblauen keinen Grund, ängstlich in die bayerische Landeshauptstadt zu fahren. Vor allem der 2:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach dokumentierte zuletzt eindrucksvoll die Fortschritte bei den Blau-Weißen in spielerischer Hinsicht. Es gab Kombinationen und schön herausgespielte Tore zu sehen, wie schon lange nicht mehr.

Bayern-Trainer Flick hat Respekt



Dies ist auch Bayern-Trainer Hansi Flick nicht entgangen. „Wir haben uns alle diese Partie angeguckt. Ich war sehr beeindruckt, mit welcher Präsenz Schalke auf dem Platz war. Und auch fußballerisch haben sie die Angriffe sehr gut herausgespielt“, lobte der 49-Jährige.


Nichtsdestotrotz sind die Rollen vor diesen 90 Minuten klar verteilt. „Wir sind der Außenseiter, keine Frage“, so Wagner, der beim deutschen Rekordmeister auch mit Suat Serdar und Amine Harit planen kann, die ihre kleineren Blessuren überwunden haben. Hinter dem Einsatz des gegen Gladbach enorm auftrumpfenden Benito Raman steht indes ein großes Fragezeichen, weil der Stürmer wegen eines grippalen Infekts in dieser Woche kaum trainieren konnte.

Ozan Kabak dürfte auch in Schalkes Startelf stehen, denn Wagner stufte dessen Rückenprobleme als „nicht so gravierend“ ein. Sollte dies nicht klappen, stünde Neuzugang Jean-Clair Todibo Gewehr bei Fuß. Wagner: „Er hat in den ersten Trainingseinheiten die guten Eindrücke bestätigt.“


Lob für beide Schalker Torhüter




Besonders im Mittelpunkt wird in München jedoch Markus Schubert stehen, der für den zum letzten Mal gesperrten Alexander Nübel im Tor stehen wird. Und was passiert dann? Bleibt Schubert im Tor oder muss er Nübel weichen, der in der nächsten Saison zum FC Bayern München wechselt? Wagner ließ sich bei dieser intensiv diskutierten Frage nicht aus der Reserve locken. Es sei „tägliches Business“ für ihn, Personalentscheidungen zu treffen. Ob in der Abwehr, im Mittelfeld oder im Angriff. Das Besondere sei einzig in diesem Fall, dass es um die Torhüterposition geht, so Wagner.



Lob gab es von Wagner für beide Torhüter. Nübel gehe gut mit der für ihn ungewohnten Situation um, während die Leistungen von Schubert in den vergangenen Spielen gut bis sehr gut gewesen seien.


Ohne Zweifel sind diese 90 Minuten die bisher größte Bewährungsprobe für Schubert. Denn es ist davon auszugehen, dass der 21-Jährige gegen den deutschen Rekordmeister viel zu tun bekommt. Von seiner Leistung wird wesentlich abhängen, wie es in der Torhüterfrage auf Schalke weitergeht. In seinen bisher vier Bundesligaspielen sah der Ex-Dresdener nur in Wolfsburg bei einem Gegentor nicht gut aus.

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