Schalke-Trainer David Wagner und die Vorfreude auf den „Debütantenball“ in Mönchengladbach

Schalke 04

Bei Wett-Anbietern ist Trainer David Wagner einer der Top-Kandidaten für den ersten Saison-Rauswurf. Auf Schalke ist er der Hoffnungsträger. Das hat viele Gründe.

Gelsenkirchen

, 16.08.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Trainer David Wagner und die Vorfreude auf den „Debütantenball“ in Mönchengladbach

Das Probesitzen bei Testspielen ist vorbei: David Wagner sitzt heute erstmals als Trainer auf einer Bundesliga-Bank. © dpa

Video-Beweis, Ablösesummen in dreistelliger Millionenhöhe, neue Regeln – der Fußball unterliegt einem ständigen Wandel. Da ist es manchmal beruhigend, dass es inmitten all dieser Veränderungen Konstanten gibt, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Zum Beispiel, dass vor einer Saison darauf gewettet wird, welcher Trainer als Erster rausfliegt.

Einer der Top-Favoriten bei den Wett-Anbietern sitzt am Freitagmittag auf dem Podium im Medienraum der Veltins-Arena und wirkt so ganz und gar nicht wie jemand, der sich fürchtet, schon bald seinen Job wieder zu verlieren – zumal er ihn ja gerade erst angetreten hat. Voller Vorfreude sei er, sagt Schalkes Trainer David Wagner: „Nach sieben Wochen Vorbereitung willst du jetzt einfach auch wissen: Wo stehen wir?“

Das sagt Wagner über Marco Rose

Eine erste Antwort auf diese Frage gibt es am Samstagabend ab 18.30 Uhr (live bei Sky) im Borussia-Park von Mönchengladbach: Schalke ist zu Gast bei einer Mannschaft, deren Trainer ebenfalls zum ersten Mal auf einer deutschen Erstliga-Bank sitzt: Marco Rose hat wie David Wagner eine Mainzer Vergangenheit, direkte Berührungspunkte gab es vor dem heutigen Debütanten-Ball aber nicht. Wagner: „Er war Spieler in Mainz, als ich schon weg war. Aber ich mag seine Art, wie er so rüberkommt.“

Nahezu identisch dürfte die Spiel-Idee sein, die beide „Neulinge“ auf der Bundesliga-Bank ihrer Mannschaft mit auf den Weg geben: Früh attackieren, aggressiv sein im Spiel gegen den Ball, schnelle Ball-Rückeroberung nach einem Ballverlust – das alles gehört heutzutage quasi zum Standard-Vokabular eines jeden „modernen“ Fußball-Trainers. Die ehemals ja durchaus erprobte Taktik „hinten reinstellen und vorne hilft der liebe Gott“ scheint nicht mehr angesagt zu sein – oder niemand gibt es öffentlich zu...

Schalke-Trainer David Wagner und die Vorfreude auf den „Debütantenball“ in Mönchengladbach

Feiert ebenfalls seine Premiere: Borussia-Coach Marco Rose. © dpa

Noch ist der Plan vom „Pressen“ und „Überfall-Fußball“ gerade auf Schalke graue Theorie – Wagner wird sich daran messen lassen müssen, ob das Konzept auch dem Praxis-Test standhält. Zumindest die letzten beiden Testspiele und der 5:0-Sieg im Pokal beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel haben im Umfeld Skepsis in verhaltenen Optimismus verwandelt.

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David Wagner personifiziert diesen Optimismus. Er ist so etwas wie der Schalker Hoffnungsträger – denn bei genauem Hinschauen ist festzustellen, dass sich die in der Vorsaison so heftig kritisierte Mannschaft gar nicht so sehr verändert hat.

In Mönchengladbach wird der einzige Neuzugang in der Start-Elf wahrscheinlich der ausgeliehene Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny sein – die Promi-Transfers Ozan Kabak und Benito Raman fielen in der Vorbereitung hauptsächlich mit Verletzungen auf und aus.

Das sind Wagners Erwartungen an den Auftakt

In der „Mannschaft hinter der Mannschaft“ gab es wesentlich mehr Veränderungen als in der Mannschaft selbst – Wagner ist nicht nur Chef-Trainer, sondern auch Manager seines vielköpfigen Stabs.

„Ambitioniert und realistisch“, so Wagner, seien seine Erwartungen ans persönliche Liga-Debüt und an die Saison generell. Er stellt sich der großen Herausforderung, wegducken gilt nicht – Schalkes Trainer wohnt in Gelsenkirchen-Bismarck, mittendrin, mehr Schalke geht fast gar nicht. Hier, im Schatten der Zeche Consol, hat Wagner ein verlässliches königsblaues Stimmungs-Barometer.

Verlässlicher als die Prognosen der Wett-Anbieter jedenfalls: In der Vorsaison war Adi Hütter einer der Top-Rauswurf-Kandidaten – er spielte dann mit Eintracht Frankfurt eine Riesen-Saison.

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