Schalke trotzt allen Tiefschlägen und gewinnt in Augsburg

Schalke 04

Abwehrchef Salif Sané verletzt sich früh, zweimal gerät das Team in Rückstand, unter anderem durch einen umstrittenen Elfmeter – aber am Ende gewinnt Schalke mit 3:2 in Augsburg.

Augsburg

, 03.11.2019, 20:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke trotzt allen Tiefschlägen und gewinnt in Augsburg

Schalkes Matchwinner: Amine Harit trifft zum 3:2. © dpa

Nach drei sieglosen Spielen in Folge gelang Schalke mit dem 3:2 (1:1) beim FC Augsburg wieder der erste Sieg – es war auch ein Sieg einer großartigen Moral.

Wie beim Pokalspiel in Bielefeld setzte Schalkes Trainer David Wagner auf das Sturm-Duo Mark Uth und Benito Raman – für Guido Burgstaller blieb nur ein Platz auf der Ersatzbank. Gar nicht zum Kader gehörten die angeschlagenen Matija Nastasic und Juan Miranda – besonders Nastasic sollte Schalke schon nach wenigen Minuten vermissen.

Die Sané-Verletzung schockte die Spieler

Denn in der sechsten Spielminute fuhr Augsburgs Florian Niederlechner dem Schalker Abwehrchef Salif Sané (allerdings wohl eher unabsichtlich) so übel in die Parade, dass dieser sich am Knie verletzte. Sané musste minutenlang behandelt und dann ausgewechselt werden. Als das Spiel dann weiterlief, war der zuletzt bärenstarke Sané mit Verdacht auf Verletzungen am Außenband und Außenmeniskus schon auf dem Weg in ein Augsburger Krankenhaus.

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Wagner musste nun improvisieren – er zog Weston McKennie vom Mittelfeld in die Abwehr zurück und wechselte mit Daniel Caligiuri einen Mittelfeldspieler ein. Den Schock wegen der Verletzung ihres Mannschaftskollegen konnten die Schalker Profis aber nicht so einfach aus den Kleidern schütteln.

Darum sah Trainer David Wagner die Gelbe Karte

Im Gegenteil: Die Gäste wirkten zunächst fahrig, nervös, kaum ein Spieler erreichte Normalform. Die Unzufriedenheit von David Wagner entlud sich in einem Disput mit Schiedsrichter Patrick Ittrich – der Hamburger saß schließlich am längeren Hebel und zeigte dem Schalker Trainer die Gelbe Karte.

Obwohl auch Augsburg sicherlich schon stärkere Spiele abgeliefert hat, taumelte Schalke mehr schlecht als recht durch die erste Spielhälfte. Torhüter Alexander Nübel vereitelte in der 27. Minute die größte Augsburger Chance durch Florian Niederlechner auf eine eher unkonventionelle Art, die Nübel selbst ein Schmunzeln entlockte.

Ein Augsburger erzielt den Ausgleich für Schalke

Das wäre ihm in der 36. Minute fast vergangen, als ein Schuss von Niederlechner knapp neben das Tor ging, und zwei Minuten später gab es aus Schalker Sicht dann gar nichts mehr zu lachen: Nach einem Zuspiel von Alfred Finnbogasson schlenzte Daniel Baier den Ball zum 1:0 für den FCA ins Netz – eine Überraschung war das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

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Aber Schalke hat in dieser Saison offenbar Nehmer- und Comeback-Qualitäten: Freistoß Caligiuri, Kopfball Stephan Lichtsteiner – Eigentor. Mit der ersten Chance überhaupt hatte Schalke bzw. der Augsburger Verteidiger in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das 1:1 erzielt.

Ein umstrittener Elfer bringt den FCA in Führung

Nach dem Seitenwechsel war Schalke präsenter, griffiger, die Partie blieb insgesamt kein fußballerischer Leckerbissen, war aber hart, zum Teil überhart, umkämpft und jederzeit spannend.

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Bundesliga, 10. Spieltag: FC Augsburg - Schalke 04 2:3 (1:1)

03.11.2019
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Bilder von der Bundesligapartie FC Augsburg - Schalke 04© picture alliance/dpa
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Und was wäre ein Fußballspiel heutzutage ohne eine strittige Handspiel-Entscheidung? Dieses Mal (keine Premiere...) zum Nachteil von Schalke – Ittrich wertete das Handspiel von Bastian Oczipka im Strafraum nach Finnbogasons Flanke nach Video-Studium als strafbar, was auf der Schalker Bank nur noch resigniertes Kopfschütteln auslöste. Den Elfmeter verwandelte Finnbogason zum 2:1 – Augsburg lag wieder vorn (58.).

Amine Harit setzt den umjubelten Schlusspunkt

Bis zur 71. Minute. Wieder Freistoß, wieder durch Caligiuri, wieder ein Kopfball ins Augsburger Tor – diesmal durch Ozan Kabak. Sein erster Treffer für Schalke bedeutete das 2:2.

Jetzt wollten die Gäste noch mehr, setzten Augsburg unter Druck. Mit Erfolg: Nach einem Fehlpass von Reece Oxford (FCA) narrte Amine Harit die Abwehr des „Kellerkindes“ und erzielte das 3:2 für Schalke (82.).

Dabei blieb es trotz wütender Augsburger Gegenangriffe – Schalke hatte in einem extrem intensiven Spiel allen Tiefschlägen getrotzt. Nicht nur Alexander Nübel war happy: „Wir haben viel Charakter gezeigt. Das ist es, was uns auszeichnet.“

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