Angesichts der unglaublichen Summen, die in der Bundesliga inzwischen gezahlt werden, droht Schalke den Anschluss zu verlieren. Um Transfers zu finanzieren, muss S04 diese Spieler loswerden.

Mittersill

, 03.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Nachricht, die Fußball-Deutschland am Freitag bewegte, kam aus München: Für eine unfassbar große Menge Geld soll der Ex-Schalker und Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City zu Bayern München wechseln.

Die Zahlen verursachen Schwindel-Gefühle. Die Rede ist von einer Ablösesumme, die im dreistelligen Millionenbereich liegt, von einem Jahresgehalt in Höhe von 20 Millionen Euro. Die Zahlen zeigen aber auch, wie riesig der Abstand inzwischen ist, der zwischen Bayern und Schalke liegt.

Die Weisheiten des Otto Rehhagel

„Geld schießt keine Tore“, hatte der große Fußballweise aus Essen, Otto Rehhagel einmal gesagt. Das tut es sicher nicht. Aber mit viel Geld kann man viele gute Spieler kaufen, die das Toreschießen besorgen. Die Bayern machen es gerade vor – so wie sie es schon seit vielen Jahren machen.

Und Schalke? Der bisher teuerste Neuzugang dieser Saison ist der Innenverteidiger Ozan Kabak, der für 15 Millionen Euro von Stuttgart nach Gelsenkirchen wechselte. Und derzeit steht es zu befürchten, als könnte Schalke zumindest in dieser Transferperiode keine weiteren großen Sprünge mehr machen.

So viel hatte Schalke für die drei Abschiedskandidaten gezahlt

Das liegt auch daran, dass es bislang nicht gelungen ist, die „Ladenhüter“ Nabil Bentaleb, Hamza Mendyl und Yevhen Konoplyanka loszuwerden. Dass Schalke dabei einen Verlust machen wird, steht außer Frage: Für Bentaleb überwiesen die Königsblauen 19 Millionen Euro an Tottenham, Konoplyanka, der aus Sevilla kam, kostete 12,5 Millionen, Hamza Mendyl, der aus Lille kam und auf Schalke gerade einmal neun Spiele machte, war mit sieben Millionen Euro Ablöse fast ein Schnäppchen.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hat diese Transfers natürlich nicht zu verantworten – er steht allerdings jetzt vor der schwierigen Aufgabe, Vereine zu finden, die diese Spieler abnehmen, um dann durch die erzielten Erlöse wieder etwas mehr Spielraum zu haben.

Was geschieht mit Nabil Bentaleb?

Wichtig wird dabei der kommende Donnerstag. Dann schließt das Transferfenster in England. Nabil Bentaleb, so ist zu hören, will wieder auf die Insel zurück – wenn er diesem Wunsch entsprechen will, hat Schneider also nur noch sechs Tage Zeit, tätig zu werden. Doch auch in England hat sich herumgesprochen, dass Schalke auf den Transfer angewiesen ist – so etwas drückt die Preise.

Und was geschieht mit Bentaleb, wenn kein Verein gefunden wird? Der Spieler hat ein Recht darauf, am Training teilzunehmen – muss er dann bei der U23 mittrainieren? Möglicherweise wäre auch in diesem Fall ein Leihgeschäft eine Option.

Darum kann sich Hertha BSC Dodi Lukebakio leisten

Dass mittlerweile ganz andere Klubs als Schalke am großen Transfer-Rad drehen, zeigt das Beispiel Dodi Lukebakio: Für die Königsblauen war der Spieler des FC Watford, der in der vergangenen Saison als Leihspieler bei Fortuna Düsseldorf für Furore sorgte, zu teuer. Nun blättert mit Hertha BSC Berlin ein Verein mindestens 20 Millionen Euro Ablöse hin, der sich bei den Transfer-Aktivitäten bislang meistens unter dem Schalker Niveau bewegt hat.

Die Berliner können sich Lukebakio nur durch den Einstieg eines externen Groß-Investors leisten. Ein solches Modell sieht die Schalker Basis extrem kritisch.

Profitiert Schalke vom Sané-Transfer?

Dennoch bleibt alles eine Frage des Geldes. Und am Ende könnte auch Schalke von den ganz großen Transfers der Branche noch profitieren. Denn sollten die Bayern Leroy Sané tatsächlich verpflichten, bekommt auch Schalke noch einen Nachschlag auf die 50 Millionen Euro, die Manchester City den Königsblauen für Sané bezahlt hat.

Sollte der Ex-Schalker nun für über 50 Millionen Euro Manchester City verlassen, fließen angeblich noch einmal ca. fünf Millionen Euro in die Schalker Kassen.

50 Millionen? Peanuts...