Es war ein seltsames Fußballspiel in Sinsheim: Schalke spielte, drückte, kombinierte - doch die Tore schoss der Gegner. Daraus muss das Team seine Lehren ziehen, meint unser Kommentator.

Gelsenkirchen

, 21.10.2019, 11:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Gegner kam – ganz nebenbei im eigenen Stadion – kaum zum Luftholen, schon gar nicht zu ernsthaften Angriffen. Die Gast-Mannschaft schnürte ihn in der eigenen Hälfte förmlich ein, die Ball-Jagd begann schon am Fünf-Meter-Raum, das Pressing funktionierte wie vom Trainer am Reißbrett gefordert. Totale Dominanz eines Auswärts-Teams. Am Ende gewann die Heim-Mannschaft das Spiel mit 2:0.

So gesehen am Sonntag in Sinsheim. Schalke war total überlegen, machte „eigentlich“, wie es Alexander Nübel formulierte, „ein gutes Spiel“. Eigentlich. Eine trügerische Vokabel.



Denn einen Vorwurf müssen sich Schalkes Fußballer gefallen lassen: Die ausgeübte Dominanz blieb für die TSG Hoffenheim letztlich ohne Konsequenzen, weil Schalke selbst die Konsequenz fehlte. Die so erfolgreich praktizierte Ball-Jagd blieb so am Ende nur brotlose Kunst, weil die „Gier“, unbedingt ein Tor erzielen zu wollen, fehlte.

Hat das Spiel Auswirkungen aufs Derby?

Wie übrigens ähnlich auch schon gegen Köln, als Schalke den Gegner ebenfalls zu lange „leben“ ließ und der dann in letzter Sekunde zurückschlug. Dominanz ohne Konsequenz birgt immer Gefahren – vor allem die, dass sie es auch einer unterlegenen Mannschaft erlaubt, bis zum Schluss an sich zu glauben.

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Schalke muss gerade aus solchen Spielen lernen. Aufs Derby wird die Niederlage gegen Hoffenheim wahrscheinlich ohnehin keine Auswirkungen haben. Alte Derby-Regel: Was vorher war, zählt dann eh nicht mehr...

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