Die meisten Schalker Trainer in den vergangenen Jahren erfüllten die Erwartungen nicht. Die finanziellen Folgen für den Verein sind gravierend.

Gelsenkirchen

, 29.09.2020, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn in vielen Fällen mussten die Königsblauen die Millionengehälter ihrer ehemaligen Übungsleiter weiter zahlen, wenn der betreffende Trainer nicht schnell einen neuen Klub fand oder es zu keiner Einigung bei einer Abfindung kam. In den letzten zehn Jahren kam sicherlich ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen, den die Blau-Weißen an frühere Trainer und deren Assistenten zahlen mussten. Dabei spielten auch Managementfehler zum Schaden des Vereins eine Rolle.

So ist es im Nachhinein schwer nachzuvollziehen, warum der Bundesliga-Neuling David Wagner gleich mit einem Drei-Jahres-Vertrag ausgestattet werden musste, der ihm angeblich 2,5 Millionen Euro pro Saison sichert. Aufgrund der dramatischen Schalker Finanzlage soll es nicht wenige Menschen auf der Führungsebene des Bundesligisten geben, die Wagner kräftig die Daumen, dass er schnell woanders unterkommt. Am besten im Paket mit seinen Assistenten Christoph Bühler und Frank Fröhling, die auch noch auf der Schalker Gehaltsliste stehen.

Zu schnelle Vertragsverlängerungen

Auch bei Schalkes Ex-Manager Christian Heidel wurde viel Geld verprasst. Nicht nur in Spieler, die bis heute sportlich alles andere als einschlugen (Nabil Bentaleb, Sebastian Rudy), sondern auch der Vertrag von Trainer Domenico Tedesco wurde nach nur einer, zugegebenermaßen sehr erfolgreichen Saison, sofort um vier Jahre bis 2022 verlängert.

Inklusive satter Gehaltserhöhung (angeblich 2,5 Millionen Euro), was jedoch nicht dazu führte, dass Tedesco nachhaltig Erfolg bei den Königsblauen hatte. Nachdem der Deutsch-Italiener in seinem zweiten Schalke-Jahr im März 2019 wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde, hatte Schalke das Glück, dass der sehr beliebte Coach schon im Oktober 2019 bei Spartak Moskau eine neue Aufgabe fand. Schalke konnte damit rund fünf Millionen Euro einsparen, die Tedesco noch zugestanden hätten.

So viel Entgegenkommen von Trainerseite ist jedoch eher selten. Markus Weinzierl und Schalke 04 einigten sich erst nach langen Verhandlungen auf eine Abfindung, die 1,5 Millionen Euro betragen haben soll. Weinzierl musste nach nur einer Spielzeit im Juli 2017 gehen und fand erst im Oktober 2018 in Stuttgart einen neuen Job.

Zähe Trainersuche

Etwas weniger, nämlich rund 1,2 Millionen Euro, soll die Abfindung für André Breitenreiter betragen haben, der auch nur eine Saison Schalke-Trainer sein durfte, obwohl er den fünften Tabellenplatz in der Bundesliga und die Zwischenrunde der Europa League mit seinem Team erreichte.

Breitenreiter war Nachfolger von Roberto Di Matteo, der nur 221 Tage Schalke-Trainer war. Seine Tätigkeit ließ sich der damals 44-Jährige fürstlich entlohnen. Erst nach einem Verhandlungsmarathon konnte der damalige Schalke-Manager Horst Heldt die Abfindung für Di Matteo von 5,8 Millionen auf 1,9 Millionen Euro drücken.

Der neue Schalke-Trainer wird wohl mit weniger Geld auskommen müssen. Der Kandidaten-Kreis konzentriert sich mehr und mehr auf Manuel Baum und Dimitrios Grammozis. Der auch ins Spiel gebrachte Mark van Bommel scheint für Schalke keine Option zu sein. Zumindest, wenn man den Worten von Schalkes Jahrhunderttrainer und Aufsichtsratsmitglied Huub Stevens Glauben schenken darf. Stevens sagte gegenüber Fox Sports: „Wir haben über verschiedene Kandidaten gesprochen, aber Mark van Bommel war da nicht dabei. Ich denke auch nicht, dass van Bommel in das Profil passt, das wie suchen. Ich denke, er kennt die Bundesliga nicht gut genug.“

Schalkes Trainersuche entwickelt sich mehr und mehr zu einer zähen Geschichte.

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