Schalke zittert sich nach starker erster Hälfte zum Sieg in Bielefeld

Schalke 04

3:2 bei Arminia Bielefeld - das Achtelfinale ist erreicht. Der Zweitligist war erst total unterlegen, drehte dann aber fast noch einen 0:3-Rückstand. Einem Spieler gelang ein Doppelpack

Bielefeld

, 29.10.2019, 22:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke zittert sich nach starker erster Hälfte zum Sieg in Bielefeld

Doppelpack: Benito Raman erzielte zwei Tore beim 3:2-Sieg. © picture alliance/dpa

Es war die 29. Minute, in der eine Szene die gesamte ersten Spielhälfte beschrieb: Bielefelds schon entnervter Mittelstürmer Fabian Klos nutzte eine Spielunterbrechung, um an der Seitenlinie Rat und Hilfe von Uwe Neuhaus zu erbeten: Trainer, was tun?

Der Zweitligist lag bereits mit 0:2 zurück, lief nur hinterher und war Schalke in allen Belangen unterlegen. Doch auch Neuhaus wirkte ratlos – drei Minuten später erhöhte Benito Raman auf 3:0 für Schalke.

Die große „Rotationsmaschine“ läuft störungsfrei

Raman war einer von fünf Spielern, die in die Start-Formation der „Königsblauen“ rotiert waren: Ozan Kabak feierte sein Schalker Pflichtspiel-Debüt von Beginn an, außerdem setzte S04-Trainer David Wagner auf Mark Uth und Alessandro Schöpf, während er Suat Serdar, Rabbi Matondo, Daniel Caligiuri und Guido Burgstaller eine Pause auf der Bank gönnte, der verletzte Benjamin Stambouli fehlte ja ohnehin.

David Wagner hatte also doch die „große Rotationsmaschine“ angeworfen – und die lief von Anfang an auf Hochtouren. Schalke spielte wie in dieser Saison schon so oft in der Bundesliga: Voll konzentriert, den Gegner früh störend – diesen Stress-Test bestand Bielefeld nicht.

Raman vergibt mehrere gute Chancen

Nach zwei guten Möglichkeiten durch Amine Harit (2./11.) fasste sich Alessandro Schöpf ein Herz, nahm aus ca. 25 Metern Maß und erzielte mit einem herrlichen Fernschuss das 1:0 für Schalke. Nach einem Patzer von Bielefelds Torhüter Stefan Ortega, der mit einem zu kurzen Abschlag an Mark Uth hängen blieb, traf Benito Raman nach Uths Zuspiel zum 2:0 für die Gäste (25.). Es war das erste Pflichtspiel-Tor für Schalke des Neuzugangs von Fortuna Düsseldorf.

Das 3:0 durch Raman in der 32. Minute war die logische Konsequenz totaler Schalker Überlegenheit, die sich sogar noch in ein oder zwei Toren mehr hätte bemerkbar machen können. Bielefeld, immerhin Tabellenzweiter der Zweiten Liga, hatte in der ersten Spielhälfte keine Torchance – und das, obwohl die ausverkaufte Schüco-Arena (in der Fußballer-Sprache natürlich immer noch „die Alm“) mit 26.315 Zuschauern einen prächtigen Rahmen bot.

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DFB-Pokal, 2. Runde: Arminia Bielefeld - Schalke 04 2:3 (0:3)

29.10.2019
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Bilder der Partie Arminia Bielefeld – Schalke 04© picture alliance/dpa
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Nach dem Seitenwechsel schaltete Schalke aus dem vorher eingelegten Turbo-Gang zurück auf „normale“ Betriebstemperatur und ließ die Arminen etwas mitspielen.


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Salif Sané musste einmal für den bereits geschlagenen Torhüter Alexander Nübel retten, aber insgesamt war bis dahin trotzdem nicht der leiseste Zweifel am Schalker Erreichen des Achtelfinales aufgekommen – nicht mal beim 1:3 durch Klos (72) machten sich größere Sorgen im Lager der Gäste bemerkbar, denn insgesamt wirkte Schalke zu stabil, um da noch etwas anbrennen zu lassen, außerdem hatten die Gelsenkirchener ja selbst noch einige gute Chancen im zweiten Durchgang gehabt.

Doch dieser Argumentation wollten sich die zumindest kampfstarken Bielefelder nicht einfach so hingeben – mit einem abgefälschten Schuss erzielte Cebio Soukou in der 76. Minute das 2:3 – und das große Zittern durfte beginnen.

Voglsammer sorgt für Herzstillstand bei den Schalkern

Denn natürlich hatte Bielefeld nun noch einmal abendliche Morgenluft gewittert – die vorher so souveränen Schalker taumelten tatsächlich von einer Verlegenheit in die andere, wussten sich nun oft auch nur noch durch Fouls zu helfen. Was vorher scheinbar leicht funktioniert hatte, ging nun schief – und Bielefeld ging nun wie ausgewechselt zu Werke.

Als Andreas Voglsammer in der 90. Minute den Pfosten traf, stand allen Schalkern das Herz still – und als vier Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, ging es ihnen auch nicht direkt besser...

Immerhin: Auch diese vier Minuten brachte Schalke über die Bühne, das Achtelfinale ist erreicht. Die S04-Fans hatten es ohnehin schon nach der 2:0-Führung gewusst – und Gesänge vom Schalker DFB-Pokalsieg angestimmt... Nach 94 am Ende quälenden Minuten durften sie weitersingen.

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