Seit mehr als einem Vierteljahrhundert engagiert sich die Schalker Fan-Initiative im sozialen und politischen Bereich. Jetzt schlägt einer der größten Fan-Klubs der Königsblauen Alarm.

Gelsenkirchen

, 16.03.2020, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was damals klein anfing, ist heute mit über 400 Mitgliedern ein gewachsener Verein, der sich auch immer wieder kritisch mit dem eigenen Klub auseinandersetzt. Vor allem aber der Kampf gegen Rassismus ist der Fan-Initiative ein Herzensanliegen. Im Oktober 2017 wurde die Schalker Fan-Initiative für ihr langjähriges Engagement vom Deutschen Fußball-Bund mit dem renommierten Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet.


So weit, so gut. Doch in ihrer Fan-Zeitung „Schalke Unser“ schlägt die Initiative nun in eigener Sache Alarm. Dringend wird an die Vereinsfamilie appelliert, sich ehrenamtlich mehr einzubringen, weil die Arbeit immer auf den gleichen Schultern ruht.


Hilfe in Gelsenkirchen benötigt



„Ohne Aktive keine Fan-Ini!“ heißt die Überschrift in einem Artikel, der einem flammenden Appell gleichkommt. „Wir benötigen dringende Hilfe in Gelsenkirchen“, ist die Kernbotschaft. Der aktuelle Vorstand brauche Entlastung oder möchte nach zum Teil fast 20 Jahren aktiver Zeit mal ins zweite Glied rücken. Im Mai stehen die nächsten Vorstandswahlen auf dem Programm. Ob dieser Appell dann Früchte trägt, wird man sehen.


Am 9. November 1992 trat der Verein erstmals öffentlich auf – bei einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht in Gelsenkirchen. Die Mitglieder zeigten ein Transparent mit der Aufschrift „Schalker gegen Rassismus“ und erstellten Flugblätter. Diese verteilten sie einige Wochen später bei einer Großdemonstration gegen Ausländerfeindlichkeit in Bonn. Es war eine Zeit, in der Fremdenhass in Deutschland in den Schlagzeilen war. Filmaufnahmen von Molotow-Cocktails werfenden Skinheads vor einem von Vietnamesen bewohnten Hochhaus in Rostock-Lichtenhagen gingen damals um die Welt.


Antirassismus-Paragraf


Die Fan-Initiative wollte Zuschauer mit rechter Gesinnung nicht länger im Stadion dulden. Sie setzte sogar eine Satzungsänderung durch. Seit 1994 gibt es bei den Königsblauen einen Antirassismus-Paragrafen. Durch ihn soll die Integration ausländischer Mitbürger gefördert werden. Wer eine rassistische oder ausländerfeindliche Gesinnung vertritt, kann hingegen aus dem Verein FC Schalke 04 ausgeschlossen werden.

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