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Schalkes neuer Trainer: David Wagner und die Hoffnung auf ein bisschen Klopp

hzKommentar

S04-Sportvorstand Jochen Schneider hat sich für eine mutige Variante entschieden. Vielleicht spielt dabei auch Wagners Freund aus gemeinsamen Zeiten beim Revier-Rivalen eine Rolle.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 09.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es wird, davon ist auszugehen, viele Beobachter geben, die jetzt schon wissen, dass David Wagner genau der richtige Trainer für den FC Schalke 04 ist. Und genauso viele Skeptiker werden davor warnen, dass diese Verbindung niemals gut gehen kann.

Man sollte so ehrlich sein und zugeben, dass wir in dieser Angelegenheit vor allem eines wissen: Nämlich, dass seriöse Prognosen derzeit noch gar nicht möglich sind.

Das Beispiel Stevens...

Denn die Schalker Trainer-Historie zeigt, dass die Geschichten oft genug völlig anders verlaufen als vorher angenommen – im Positiven wie im Negativen. Über die Verpflichtung von Huub Stevens als Nachfolger des überaus beliebten Jörg Berger im Jahr 1996 wurde zunächst nur fassungslos der Kopf geschüttelt – wie sich dann alles entwickelte, ist bekannt.

Jupp Heynckes wurde 2003 gefeiert wie der Messias, bevor „Don Jupp“ zum „Don Flop“ und als Trainer der alten Schule“ unsanft hinaus gebeten wurde. Roberto Di Matteo wurde erst als „Weltmann“ geadelt, bis die Realität auch seine vorzeitige Beurlaubung erforderlich machte. Markus Weinzierl selbst kam mit der Meinung, „dass ich auf Schalke gar nicht scheitern kann“ – und musste sich dann vom Gegenteil überzeugen lassen.

...oder das Beispiel Heynckes



Und Domenico Tedesco? Er kam als Bundesliga-Debütant, Schalke wurde beinahe der Untergang prophezeit und feierte ein Jahr später die Vize-Meisterschaft. Die zweite Tedesco-Saison galt dann als Garant für eine Stabilisierung dieses Erfolges, aber stattdessen ging es steil bergab.

Nun also David Wagner. Keine Überraschung mehr nach den Spekulationen der vergangenen Tage, aber doch eine recht mutige Lösung. Mit Dieter Hecking beispielsweise hätte die vielleicht etwas unspektakulärere, möglicherweise „verlässlichere“ Variante nahe gelegen – aber Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider plädierte dann doch für einen Trainer, der – wie Tedesco – als Chefcoach noch keine Erfahrung in der Bundesliga hat.

Wagners Referenz ist der sicherlich schwierige Aufstieg mit dem englischen Außenseiter Huddersfield Town in die Premiere League – und vielleicht noch mehr, dass er diese No-Name-Truppe eine Saison lang in der mit Welt-Stars gespickten Elite-Liga hielt.

S04-Trainer-Prognosen schwierig

Dass Wagner Mitglied der Schalker „Eurofighter“ war, ist sicherlich ein Bonus-Punkt, sollte aber auch nicht überbewertet werden. Kriegt er mit Schalke nicht die Kurve, gerät er genau so schnell in die Kritik wie ein Trainer ohne „Stallgeruch“.

Viel mehr – auch wenn es wahrscheinlich kein Schalker Offizieller zugeben wird – verbindet sich mit Wagner auch die Hoffnung, ein bisschen Jürgen Klopp nach Schalke zu holen. Mit dem arbeitete Wagner in seinen Dortmunder Zeiten eng zusammen, die beiden verbindet eine Freundschaft.

„Stallgeruch“ als Bonus

Und ob man Klopp nun mag oder nicht – wenn auch nur ein bisschen von seinem Esprit als Trainer auf den neuen S04-Trainer abgefärbt ist, sind Wagner-Festspiele auf Schalke nicht auszuschließen. Aber all das ist derzeit nicht mehr als Spekulation.

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