Schalkes Stürmer Franco Di Santo trifft wieder

Tor im DFB-Pokal

Wie groß seine Erleichterung war, machte Franco Di Santo beim Schalker 3:1 (2:0)-Pokalerfolg in Wiesbaden mit seiner Körpersprache deutlich: Er sank auf die Knie und schlug die Hände vor sein Gesicht. Es war großes Gefühlskino, denn nach 599 Tagen war dem Argentinier etwas gelungen, was ihm viele Schalke-Fans gar nicht mehr zugetraut hatten: Ihm gelang in einem Pflichtspiel ein Tor für die Königsblauen.

GELSENKIRCHEN

von Frank Leszinski

, 25.10.2017, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flaute beendet: Schalke-Trainer Domenico Tedesco (M.) tätschelt Torschütze Franco di Santo, rechts Ralf Fährmann.

Flaute beendet: Schalke-Trainer Domenico Tedesco (M.) tätschelt Torschütze Franco di Santo, rechts Ralf Fährmann. © Foto: dpa

Teilweise war der Stürmer schon als „Chancentod“ verspottet worden. Doch Trainer Domenico Tedesco hatte in Nibelungentreue zu seinem Angreifer gehalten, denn er macht den Wert eines Stürmers nicht nur an Toren fest. „Wenn man sieht, wie viele intensive Läufe er auch schon in den vorangegangenen Spielen absolviert und energisch gepresst hat, sehen wir seinen Treffer nun eher als erfreuliches Nebenprodukt“, betonte der Coach.

Seit seinem Wechsel von Werder Bremen zu Schalke im Sommer 2015 hatte Di Santo nur ganze zwei Bundesligatore erzielt. Dass er verletzt mehrfach länger ausgefallen war, ändert nichts daran, dass seine Trefferbilanz mehr als enttäuschend war. „Meine Mitspieler haben mich trotzdem immer wieder aufgebaut. Und auch Domenico Tedesco bin ich sehr dankbar. Er ist der erste Schalker Trainer, der mir so viele Chancen gibt, zu spielen“, lobte Di Santo. Dass er endlich wieder traf, hatte er der Vorarbeit von Bastian Oczipka zu verdanken, der auch beim 2:0 für Guido Burgstaller die Vorlage gab. Seit Oczipka Vater geworden ist, hat er sein Leistungsniveau gesteigert. „Vielleicht ist es besser, wenn man in der Nacht nicht acht Stunden durchschläft“, sagte der 28-Jährige grinsend.

Oczipka will wieder ins Finale

Beim Pokalerfolg in Wiesbaden kamen beim Linksfuß Erinnerungen auf an die letzte Saison, in der er mit Eintracht Frankfurt ins Finale stürmte. „Das war ein geiles Gefühl. Auch wenn wir gegen Dortmund verloren haben, waren es drei tolle Tage in Berlin. Unser Ziel muss es mit Schalke sein, wieder nach Berlin zu kommen“, sagte Oczipka. Doch zunächst gelte es, den Lauf in der Liga fortzusetzen und Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zu punkten. Oczipka: „Wir dürfen jetzt keinen Schlendrian aufkommen lassen.“

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Bilder der Pokal-Partie zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem FC Schalke 04.© dpa
Bilder der Pokal-Partie zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem FC Schalke 04.© dpa
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Dabei will auch Coke mithelfen, der erstmals in dieser Saison in Wiesbaden in der Startelf stand. Der Spanier hatte sich seinen Wechsel vom FC Sevilla zum S04 im Sommer 2016 sicher ganz anders vorgestellt. In seiner ersten Saison warf ihn eine Kreuzbandverletzung zurück, unter Tedesco gehörte der Routinier in seinem zweiten Schalke-Jahr bisher nicht zu den Stammkräften. In der Sommerpause hatte sich der Spanier mit einem Wechsel beschäftigt, wie Coke am Dienstag bestätigte. „Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen mehr Einsätze bekomme“, sagte der 30-Jährige.