Der Weggang des Torhüters am Saisonende ist vor allem aus finanziellen Gründen schmerzhaft. Denn schon wieder guckt Schalke in die Röhre - denn auch Alexander Nübel geht ablösefrei.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 22.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Boss schäumte vor Wut, nachdem der Schalke-Profi angekündigt hatte, den Verein am Saisonende zu verlassen. Nie wieder, so Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, sollte der Spieler das Trikot des FC Schalke 04 tragen!

Doch Leon Goretzka spielte auch in der Rückrunde noch für die Königsblauen, ehe er zur Saison 2018/19 beim FC Bayern anheuerte.

Umschmeichelt und hofiert

Auch auf Alexander Nübel, daran lässt die offizielle Mitteilung keinen Zweifel, sind Schalkes Führungskräfte richtig sauer. Sie hatten ihn hofiert, umschmeichelt und ihm als Köder zur Vertragsverlängerung sogar ein Jahresgehalt von angeblich über fünf Millionen Euro angeboten, darüber hinaus das quasi unbezahlbare Versprechen gemacht, Nübel solle „das Gesicht“ von Schalke 04 werden.

Aber Schalkes Torhüter hat andere Pläne. Und letztlich ist es seine persönliche Entscheidung, deren Sinn – sollte er tatsächlich als Neuer-Ersatz zum FC Bayern München wechseln – natürlich bezweifelt werden darf, die aber respektiert werden muss, weil es ja seine Karriere ist, über die er entscheidet.

Schalke muss wieder einmal erkennen, dass der Klub bei all seiner Strahlkraft nicht das letzte Glied in der Nahrungskette für Fußballer ist, die noch höher hinaus wollen. Und denen die Aussicht auf Titelgewinne wichtiger ist als die Chance, hier auf Schalke zum „Local Hero“ zu werden.

Fährmann ist nur ausgeliehen...

Besonders ärgerlich für Schalke: Nach Sead Kolasinac, Joel Matip, Goretzka und Max Meyer guckt der Verein auch beim Nübel-Wechsel in die Röhre. Schöne Bescherung: Der Nächste, bitte – durch die ablösefreien Wechsel gehen Schalke Werte in insgesamt dreistelliger Millionen-Höhe verloren: So wird es schwer, die Qualität des Kaders nachhaltig zu erhöhen.

Sportlich wird sich die Schalker Welt auch ohne Nübel weiterdrehen. Auch er gehört nicht zu den Unfehlbaren. Und für gute Torhüter war Schalke stets eine gute Adresse. Schubert hat bislang nicht enttäuscht, und wenn alle Stricke reißen: Ralf Fährmann ist nur ausgeliehen. So übel ist der auch nicht.

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