Wenn man die Messlatte hoch legt, so gab es in der vergangenen Saison nur einen Schalker Spieler, der so richtig Freude machte: Torwart Alexander Nübel. Wir stellen ihn vor: So tickt Nübel.

Gelsenkirchen

, 17.06.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gebürtige Paderborner nutzte nicht nur die Gunst der Stunde, als ihm der damalige Trainer Domenico Tedesco in der Winterpause zur Nummer eins beförderte, sondern er spielte so stark, dass er sogar das Interesse der Bayern geweckt haben soll.

Nübel gibt sich jedoch bei diesem Gerücht extrem gelassen. Er wolle sich jetzt einzig und allein auf die U21-Europameisterschaften in Italien und San Marino konzentrieren, wo der Schalker als Nummer eins in die Partien geht. Sollte er dort ähnlich starke Leistungen bringen, wie in der Bundesliga, dürfte sich die Zahl der Interessenten noch erhöhen.

Heidel reagierte zu spät

Denn Schalkes früherer Manager Christian Heidel versäumte es, vorzeitig Gespräche mit Nübel über eine Vertragsverlängerung zu führen. Die Folge: Der Vertrag von Nübel läuft am 30. Juni 2020 aus. Für alle Schalker Fans wäre es eine Horrorvorstellung, sollte Nübel ähnlich wie zuvor schon Sead Kolasinac, Max Meyer oder Leon Goretzka den Verein ablösefrei im nächsten Jahr verlassen.

Über seine Zukunftspläne spricht der „Mini-Neuer“, wie er auf Schalke in Anlehnung an Nationaltorhüter Manuel Neuer genannt wird, nicht öffentlich. Er lässt lieber Leistungen auf dem Platz sprechen. Was Nübel auszeichnet, sind starke Reflexe und eine gute Strafraumbeherrschung. Außerdem ist er fußballerisch bestens ausgebildet, was wohl der größte Unterschied zu seinem Konkurrenten Ralf Fährmann ist, der kein mitspielender Torhüter ist, weil ihm die Bälle oft verspringen.

Mit 15 Jahren in der A-Jugend gespielt

Ein kleines Kuriosum ist die Tatsache, dass Nübel mit Stefan Backs denselben Berater wie Fährmann hat. Dieser ist mit seiner Degradierung allerdings überhaupt nicht zufrieden. Wie sich dieser Konkurrenzkampf zwischen Nübel und Fährmann weiterentwickelt, ist eine der spannendsten Fragen in der neuen Saison.

Nübels Talent war früh zu erkennen. Schon mit 15 Jahren spielte er in der A-Jugend des SC Paderborn. „Das hat mir gutgetan. Wenn du dich immer gegen Ältere durchsetzen musst, dann macht dich das stärker“, erzählte der Schlussmann vor einiger Zeit in einer Medienrunde.

Viel Lob für Torwarttrainer Simon Henzler

Als das Schalker Angebot eintraf, war Nübel überrascht. „Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet und konnte gar nicht glauben, dass der große FC Schalke 04 mich haben wollte. Aber ich habe Ruhe bewahrt und mir einige Tage Gedanken gemacht. Meine Familie und ich überlegten gemeinsam, ob ich diesen enormen Schritt bereits wagen soll. Was soll ich sagen? Bisher habe ich meine Entscheidung keine Sekunde lang bereut“, so Schalkes neue Nummer eins.

Auf Schalke kam ihm auch zugute, dass er Torwarttrainer Simon Henzler aus Paderborner Zeiten kannte. „Ich bin nicht ins Ungewisse gewechselt, wusste, dass ich auf einen Torwarttrainer treffe, mit dem es menschlich und fachlich super passt. Simon ist ein sehr kommunikativer Typ. Er spricht viel mit uns, was mir sehr gefällt, denn es gibt auch Trainer, die das nicht machen. Er geht immer auf uns ein, fragt, woran wir arbeiten möchten. Das ist ideal“, so Nübel auf der Vereins-Homepage.

Stein schwärmt von Schalkes Nummer eins

Schalkes junger Schlussmann hat in der vergangenen Saison jedenfalls mächtig Eindruck hinterlassen. Auch bei Ex-Nationaltorhüter Uli Stein. Der 64-Jährige adelte Nübel im „kicker“ mit folgenden Sätzen: „Er macht noch nicht alles richtig. Doch er hat eine Veranlagung, in der ich klares Thronfolger-Potenzial für die A-Nationalelf sehe.“ Mehr Lob von einem Experten ist für den Schalker Torhüter in dieser Phase seiner Karriere wohl kaum möglich.