Spielerverkäufe: Hört Schneider auf den Rat seines großen Idols?

Schalke 04

Rekord-Torjäger Klaus Fischer warnt davor, gute Spieler zu verkaufen - und erinnert an Schalkes ersten Abstieg. Schalkes Sportdirektor sieht das ganz genau so. Es sei denn,...

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum

, 13.07.2020, 07:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weston McKennie (r., links Jonjoe Kenny): Entwickelt sich der Spieler schneller als der Verein?

© dpa

Keiner hat mehr Tore geschossen für den FC Schalke 04 als Klaus Fischer. Der Rekord-Torjäger des Vereins hatte neulich im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten vor Spielerverkäufen gewarnt. Und an Schalkes ersten Abstieg 1980/81 erinnert: „Damals wurden aus finanziellen Gründen innerhalb von kurzer Zeit Top-Leute wie Rolf Rüssmann, Rüdiger Abramczik und Wolfram Wuttke verkauft. Das konnten wir sportlich nicht verkraften. Und sind abgestiegen.“

Im Büro von Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hängen drei Bilder. Eines von Rudi Assauer, eines von Rolf Rüssmann - und eines von Klaus Fischer. Mit dem 2009 verstorbenen Rolf Rüssmann arbeitete Schneider beim VfB Stuttgart gern und intensiv zusammen, Klaus Fischer ist Schneiders sportliches Idol. Hört Schneider auf den Rat seines Idols? Im Prinzip schon, eine kleine Einschränkung inklusive.

Eine Einschränkung

Im Interview mit dem Sportinformations-Dienst (sid) erklärte Schneider zu dem Thema Spieler-Verkäufe: „Wenn du auf Strecke immer deine besten Spieler verkaufst, macht das deine Mannschaft nicht besser. Wir sind angehalten, sportlichen Erfolg zu erzielen.“ Schneider schränkte aber auch ein: „Wenn sich ein Spieler schneller entwickelt als sein Verein und das Bedürfnis verspürt, woanders seine Karriere fortzusetzen, weil dort bessere sportliche und wirtschaftliche Voraussetzungen existieren, dann muss man sich zusammensetzen und die Situation besprechen.“

Im Zusammenhang mit der prekären finanziellen Situation des FC Schalke 04 wird immer auch gemutmaßt, Schalke müsse eventuell sogar erst Spieler verkaufen, um überhaupt wirkungsvoll auf dem Transfermarkt tätig werden zu können. Neben den zwischenzeitlich an andere Vereine ausgeliehenen Sebastian Rudy, Mark Uth und Nabil Bentaleb werden natürlich auch Leistungsträger wie Ozan Kabak, Suat Serdar und Weston McKennie gehandelt.

Will Klopp McKennie?

Der Amerikaner steht angeblich bei Hertha BSC Berlin hoch im Kurs, wo die finanziellen Mittel durch den Einstieg eines Groß-Investors derzeit umfangreicher sind als auf Schalke. Auch der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp soll Interesse an dem Mittelfeldspieler haben. Wie auch auf Serdar und Kabak könnte der Einschub von Schneider zutreffen, dass sich der Spieler möglicherweise schneller entwickelt als der Verein.