Stichtag: Am 29. Oktober 1993 trauert Schalke um „Aki“ Lütkebohmert

Schalke 04

So weit die Füße tragen. Nach diesem Motto spielte er Fußball. Herbert „Aki“ Lütkebohmert war der Dauerläufer im Schalker Mittelfeld. Am 29. Oktober 1993 erlag er einem Krebsleiden.

Gelsenkirchen

, 29.10.2020, 08:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
So kannten ihn die Schalker Fans: „Aki“ Lütkebohmert (am Ball).

So kannten ihn die Schalker Fans: „Aki“ Lütkebohmert (am Ball). © imago

Lütkebohmert, der als jüngstes von elf Kindern aufwuchs, begann das Fußballspielen bei Viktoria Heiden. Danach war er beim TuS Borken und dem TSV Marl-Hüls aktiv.

1968 erhielt der Mittelfeldspieler seinen ersten Profivertrag beim FC Schalke 04. Gleich in seiner ersten Saison schaffte er den Durchbruch bei den Königsblauen und kam auf 24 Einsätze. Lediglich im DFB-Pokal spielte er nicht, obwohl Schalke bis ins Finale kam.

Pokalsieg 1972 sein größter Erfolg

Dies änderte sich in seiner besten Saison 1971/72. Er bestritt sämtliche Spiele in der Fußball-Bundesliga, wurde Vize-Meister und gewann den DFB-Pokal 1972 mit einem Finalsieg von 5:0 über den 1. FC Kaiserslautern.

Die Pokalsieger-Mannschaft gilt bis heute als bestes Schalker Team in der Geschichte der Bundesliga. Lütkebohmert traf im Finale übrigens zum 3:0. Mit wehendem Blondschopf und herunterhängenden Stutzen war Lütkebohmert ein Mannschaftsspieler im wahrsten Sinne des Wortes. Torjäger Klaus Fischer profitierte besonders von seinen Vorlagen, er selbst erzielte in 286 Bundesligaspielen 28 Treffer.

Tod mit nur 45 Jahren

Seinen schwersten Kampf indes verlor er: Am 29. Oktober 1993 erlag der Vater von zwei Kindern im Alter von nur 45 Jahren einer Knochenkrebserkrankung. „Er war auf seiner Position einer der besten in Deutschland“, würdigte damals Rolf Rüssmann seinen Freund und ehemaligen Mannschaftskameraden.

Aber um die internationale Krönung seiner Fußballer-Laufbahn brachte sich Lütkebohmert selbst. Durch seine Verwicklung in den Bundesligaskandal wurde er am 18. März 1973 für zwei Jahre gesperrt, im Januar 1974 begnadigt. Die Sperre brachte die Karriere eines der hoffnungsvollsten Talente des FC Schalke völlig aus dem Tritt. Der damalige Bundestrainer Helmut Schön sagte später, dass er Lütkebohmert ohne diese Sperre in den Kader der deutschen Nationalmannschaft zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 berufen hätte.

Mitglied der Ehrenkabine

1976 erhielt Lütkebohmert wie auch weitere Schalker Spieler aufgrund eines Meineids im Zusammenhang mit dem Bundesliga-Skandal eine Strafe von 10.000 Mark, zahlbar an die Deutsche Krebshilfe. So blieb der DFB-Pokalsieg 1972 der größte Erfolg des 1,77 Meter großen Dauerläufers.

1979 zerstritt sich Herbert Lütkebohmert mit dem FC Schalke bei Vertragsverhandlungen, ließ sich reamateurisieren und spielte noch ein Jahr beim 1. FC Bocholt in der Amateur-Oberliga. In der folgenden Saison schloss er sich seinem Heimatverein VfL Reken an, der gerade in die Verbandsliga Westfalen aufgestiegen war.

Auf der Jahreshauptversammlung am 10. Mai 2010 wurde Lütkebohmert in die Schalker Ehrenkabine berufen. Lohn für einen großen Schalker Spieler, der viel zu früh verstarb.

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