Talentförderung: Hier steht Schalke an der Spitze

Schalke 04

Er spielte nur eine Minute, doch so schnell wird Levent Mercan seinen Einsatz in Mönchengladbach nicht vergessen. Es war nicht nur sein erstes Bundesligaspiel, sondern auch ein Jubiläum.

Gelsenkirchen

, 20.08.2019, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Talentförderung: Hier steht Schalke an der Spitze

Schalkes 100. Debütant im Teenager-Alter: Münir Levent Mercan. © Imago

Denn der 18-Jährige feierte im Borussia-Park seine Bundesliga-Premiere und darf schon jetzt als Gewinner der Vorbereitung gelten. Bereits im DFB-Pokalspiel in Drochtersen/Assel war der Mittelfeldspieler für die Königsblauen im Einsatz und trug sich sofort beim 5:0-Erfolg in die Torschützenliste ein. Eine gute Spielübersicht und eine starke Schusstechnik zeichnen das Schalker Talent aus.



Auch statistisch gesehen sicherte sich der gebürtige Recklinghäuser einen Platz in der Schalker Vereinshistorie. Denn Mercan ist der 100. Debütant im Teenager-Alter, den Schalke in der Bundesliga bislang einsetzte, wie der „Kicker“ errechnet hat. Das ist ein beeindruckender Bundesliga-Rekord, denn kein Verein kommt auf mehr junge Debütanten in der Bundesliga.



Julian Draxler war der Jüngste


Mit großem Abstand folgen Eintracht Frankfurt (77), der FC Bayern München (73), Borussia Mönchengladbach (72), der VfB Stuttgart (71), Borussia Dortmund (70), der 1. FC Köln (66), der Hamburger SV (60) sowie Bayer Leverkusen und Hertha BSC (jeweils 51).



Der jüngste Schalker Profi in der 1. Bundesliga ist Mercan mit seinen 18 Jahren und 250 Tagen allerdings nicht. Platz eins hat weiterhin Julian Draxler inne. Der spätere Weltmeister von 2014 war erst 17 Jahre, drei Monate und 26 Tage alt, als er am 15. Januar 2011 bei der 0:1-Niederlage gegen den Hamburger SV zum Einsatz kam. Felix Magath hieß damals der Schalker Trainer.



Max Meyer und die unerfüllte Hoffnung

Platz zwei in diesem Ranking belegt Max Meyer, der am 16. Februar 2013 sein Bundesligadebüt beim 2:2 gegen Mainz 05 feierte. Dabei spielte der Youngster gleich eine wichtige Rolle, weil ihm die Vorarbeit zum 2:2 in der Schlussphase durch Michel Bastos gelang und Schalke somit wenigstens einen Punkt rettete. Meyer war bei seiner Bundesliga-Premiere 17 Jahre, vier Monate und 29 Tage alt. Mittlerweile spielt er bei Crystal Palace in der Premier League. Seine Hoffnungen, sich weiter in den Vordergrund zu spielen, haben sich allerdings längst nicht erfüllt.



Auf Rang drei liegt eine Schalke Legende. Rüdiger Abramczik debütierte in der Bundesliga mit 17 Jahren, fünf Monaten und 24 Tagen, als er am 11. August 1973 bei der Schalker 0:3-Niederlage in Stuttgart zum Einsatz kam.



Verschärfte Konkurrenzsituation


Münir Levent Mercan hat also eine Menge von prominenten Vorgänger, die im Teenager-Alter den Sprung in den Profi-Fußball schafften. Aufmerksam machte der Youngster auf sich in der vergangenen Spielzeit in der Schalker A-Jugend mit 20 Torbeteiligungen (sieben Treffer, 13 Vorlagen).



Schalke bleibt aufgrund der verschärften Konkurrenzsituation gar nichts anderes übrig, als weiter auf die eigene Nachwuchsarbeit zu setzen. Der Aufsichtsrat bewilligte Anfang des Jahres mehr Gelder für die Knappenschmiede, nachdem auch Kulttrainer Norbert Elgert intern Alarm geschlagen hatte. Eine Entwicklung, die dem Schalker A-Jugend-Coach Sorgen bereitete: Die Zahl der „Local Player“, also Spieler, die mindestens drei Jahre im eigenen Verein ausgebildet wurden, ging zuletzt erheblich zurück.



Viel Arbeit für Peter Knäbel


Peter Knäbel, der seit 2018 amtierende Technische Direktor Entwicklung, will Schalke vor allem in der unmittelbaren Umgebung noch besser positionieren. „Die Knappenschmiede muss Spieler herausbringen, die aus unserer Region kommen“, betonte der 52-Jährige kürzlich im Interview mit dieser Zeitung.


Aktuell sieht es im Profi-Kader wieder besser aus, was die Integration junger, eigener Talente betrifft. Ahmed Kutucu, Jonas Carls und Nassim Boujellab gehören dem Profi-Kader regelmäßig an und machen den etablierten Kräften ernsthafte Konkurrenz.


Juan Miranda im Visier?


Womöglich wird bald noch ein Youngster im Schalker Kader stehen. Verschiedene Medien berichten über ein Schalker Interesse an Juan Miranda. Doch der Linksverteidiger vom FC Barcelona wird von mehreren Vereinen umworben. Der 19-Jährige gilt als großes Talent und hat alle spanischen Auswahlmannschaften von der U16 bis U19 durchlaufen.

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