Vor der Premiere von Christian Gross: Schalke lässt es krachen

Schalke 04

Die Rückkehr von Sead Kolasinac als klares Bekenntnis, im Abstiegskampf alle Register ziehen zu wollen. Am Samstag in Berlin noch nicht spielberechtigt. Rainer Widmayer neuer Co-Trainer.

Gelsenkirchen

, 01.01.2021, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch bei Schalkes aktuellem Gegner Hertha BSC Berlin arbeitete Rainer Widmayer schon als Co-Trainer: Nun verstärkt Widmayer vorerst bis zum Saisonende das Trainer-Team des FC Schalke 04.

Auch bei Schalkes aktuellem Gegner Hertha BSC Berlin arbeitete Rainer Widmayer schon als Co-Trainer: Nun verstärkt Widmayer vorerst bis zum Saisonende das Trainer-Team des FC Schalke 04. © picture alliance/dpa

Ruhiger war’s als sonst. Kontaktbeschränkungen, Böller-Verbot – Silvester 2020 war ein eher stiller, besinnlicher Jahreswechsel angesagt. Auf Schalke ließ man es dagegen richtig krachen: Mit der am frühen Silvester-Abend offiziell bestätigten Rückkehr von Sead Kolasinac gönnten sich die Königsblauen einen fulminanten Transfer-Knaller und sendeten vor dem Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Hertha BSC Berlin (18.30 Uhr/Sky) ein wuchtiges Signal im Abstiegskampf.

Nichts unversucht lassen

Denn nach der über die Weihnachtstage perfekt gemachten Verpflichtung von Trainer Christian Gross als „Feuerwehrmann“ ist die Verpflichtung von Sead Kolasinac nichts anderes als das nächste Bekenntnis, dass Schalke im Kampf um den Klassenerhalt nichts unversucht lässt und nun alle Register zieht – auch wenn einige Experten das Tabellen-Schlusslicht bereits abgeschrieben haben.

Dementsprechend wurde die zunächst halbjährige Ausleihe von Kolasinac zelebriert. Der 27-jährige gebürtige Karlsruher grüßte die Schalker Fans auf so ziemlich allen Kanälen, die die sozialen Medien so hergeben, und bezeichnete seine Rückkehr als eine „Herzensangelegenheit“. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider, der den Deal auch für sich persönlich als Erfolgserlebnis verbuchen kann, platzte beinahe vor Freude: „Wir sind richtig stolz, dass mit Sead Kolasinac ein echter Schalke Junge heimkehrt.“

2017 ablösefrei gewechselt

Kolasinac kam 2011 vom VfB Stuttgart in die Jugend des FC Schalke 04, wo er 2012 den Sprung ins Profi-Team schaffte. Die „Kampfmaschine“, wie A-Junioren-Trainer Norbert Elgert Kolasinac beschreibt, wechselte 2017 zu Arsenal London – ablösefrei, auch weil es zwischen den „Parteien“ Kolasinac auf der einen und Schalke-Manager Christian Heidel auf der anderen Seite offenbar Irritationen über den richtigen Zeitpunkt einer Vertragsverlängerung gab.

Bei Arsenal kam Kolasinac zuletzt nicht mehr wie gewünscht zum Zuge – eine Rückkehr nach Schalke stand schon im Sommer zur Debatte, galt vor allem aus finanziellen Gründen allerdings als nicht realisierbar. Denn: Kolasinac soll in London neun Millionen Euro pro Jahr verdienen. Und auf Schalke ist das Thema Geld spätestens seit der Gewährung einer Landesbürgschaft zur Absicherung eines 35-Millionen-Euro-Kredits ein noch sensibleres als ohnehin schon.

Finanzierung sensibles Thema

Vorsorglich haben alle Beteiligten an der Kolasinac-Ausleihe auch Stillschweigen vereinbart. Vermutet wird, dass Schalke außer der Leihgebühr an Arsenal Kolasinac ein Halbjahres-Gehalt in Höhe von 2,3 Millionen Euro zahlt und diese Summe von Arsenal noch „ein wenig“ aufgestockt wird. Fakt ist, dass Kolasinac, der auf Schalke die Rückennummer „20“ erhält, zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen wird. In Berlin ist er noch nicht spielberechtigt. Frühester Einsatztermin wäre das Heimspiel gegen Hoffenheim am 9. Januar. „Zu 100 Prozent“, so der Links-Defensive Kolasinac, sei er vom Schalker Klassenerhalt überzeugt.

Dass Kolasinac auch gleich Mannschaftskapitän werden soll, ist aktuell nur ein noch nicht bestätigtes Gerücht. Dass er nach dem Berlin-Spiel auf der linken Seite Bastian Oczipka ablösen wird, gilt als sicher.

Rasen in Berlin frisch verlegt

Auf dem frisch verlegten Rasen im Berliner Olympiastadion muss Schalke bei der S04-Premiere von Christian Gross versuchen, den Abstand zur Konkurrenz nicht noch größer werden zu lassen. Immerhin: Hertha BSC Berlin ist die letzte Bundesliga-Mannschaft, gegen die die seit 29 Liga-Partien sieglosen Schalker ein Spiel gewinnen konnten. Allerdings im DFB-Pokal – 3:2 nach Verlängerung am 4. Februar 2020.

Damals war Rainer Widmayer noch Co-Trainer beim VfB Stuttgart, dort blieb er allerdings nur bis zum Saisonende. Nun stößt der 53-Jährige als weiterer Assistenztrainer neben Naldo und Onur Cinel zu den Königsblauen, wo er den neuen Trainer Christian Gross unterstützen wird. Sportvorstand Jochen Schneider: „Rainer Widmayer war selbst Profi, arbeitet nun seit über zehn Jahren sehr erfolgreich als Co-Trainer in der Bundesliga und hat dabei sportlich schwierige Herausforderungen gemeistert. Genau diese Kombination wird uns weiterbringen.“ Widmayer erhält einen Vertrag bis zum Saisonende.

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