Vor Zuschauern oder Geisterspiel? Schalke und das Prinzip Hoffnung

Schalke 04

Als am Donnerstag die Karten-Zuteilung für die Partie gegen Bremen begann, hätte nicht vor Publikum gespielt werden dürfen. Entscheidend bleibt der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Gelsenkirchen.

Gelsenkirchen

, 25.09.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke gegen Bremen (hier eine Szene aus dem Mai 2020): Gibt es am Samstag wieder ein „Geisterspiel“?

Schalke gegen Bremen (hier eine Szene aus dem Mai 2020): Gibt es am Samstag wieder ein „Geisterspiel“? © picture alliance/dpa

Spielt Schalke am Samstag gegen Werder Bremen endlich mal wieder vor Zuschauern? Die Antwort auf diese Frage bleibt bis zum Samstag ein „Zitterspiel“- und passt damit zu den sportlichen Vorzeichen dieser Partie, in der die zwei großen Verlierer des ersten Spieltags aufeinandertreffen.

Grund dafür ist die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen in Gelsenkirchen, von denen alles diese Frage betreffende abhängt. Schalke ist am Donnerstag, wenn man so will, in Vorleistung getreten und hat mit der Ticketzuteilung begonnen. Es regiert das Prinzip Hoffnung.

Denn: Stand Donnerstagmittag hätte die Partie nicht vor Zuschauern ausgetragen werden dürfen. Zu diesem Zeitpunkt lag der entscheidende Sieben-Tage-Inzidenzwert in Gelsenkirchen bei 37,6. Liegt er auch am Samstag über dem Wert von 35, wird das Gesundheitsamt Gelsenkirchen die Anwesenheit von Zuschauern nicht zulassen dürfen. Die Absage an die geplante Zuschauer-Beteiligung kann also auch noch relativ kurzfristig geschehen. Die Fans, die von Schalke eine Karten-Zusage für das Spiel gegen Bremen bekommen haben, sind sich dieses Risikos allerdings bewusst und stehen mit dem Verein diesbezüglich in Verbindung.


Schalkes Planungen sehen die Zulassung von ca. 11.000 Besuchern vor - das entspricht in etwa der 20-prozentigen Auslastung der Veltins-Arena. Die tatsächlichen Anfragen von potenziellen Besuchern sollen sich im mittleren bis hohen einstelligen Bereich bewegen. Konkrete Auskünfte gibt es noch nicht, eine Schätzung von ca. 9.000 Karten-Anfragen dürfte der Wahrheit allerdings recht nahe kommen.


35 als „magische Grenze“


Auf Schalke laufen nun die Vorbereitungen so, als würde am Samstag vor Zuschauern gespielt. Der Verein hätte es sich einfacher machen und bereits am Donnerstag die Teilnahme von Besuchern absagen können - mit Verweis auf den hohen Inzidenzwert in Gelsenkirchen. Ob der bis zum Spieltag nun steigt oder unter die „magische Grenze“ von 35 fällt, kann nicht seriös vorhergesagt werden.

Kommt es erneut zu einem „Geisterspiel“, wäre Werder Bremen die erste Mannschaft, die zum zweiten Mal ohne Publikum in der Veltins-Arena antritt. Ihr erstes „Geisterspiel“ auf Schalke gewannen die Bremer am 30. Mai 2020 mit 1:0.

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