Die Torwart-Legende schlägt den Bayern vor, den Keeper wieder zu verleihen - ausgerechnet an den FC Schalke 04. Es gibt Gründe, warum das beiden Seiten erspart bleiben sollte.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 10.05.2020, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Dinge zeichneten Sepp Maier in seiner aktiven Zeit aus: Er war zweifellos ein Weltklasse-Torwart. Und ein Spaßvogel. Den Hang zum Schabernack hat er sich offenbar auch noch mit 76 Jahren bewahrt.

Deutlich abgekühltes Verhältnis

Denn Maiers Rat, die Bayern sollten Alexander Nübel ab kommender Saison ausgerechnet wieder an Schalke ausliehen, kann ja im Prinzip nur als Scherz gemeint gewesen sein. Obwohl Maier in der Sache ja nicht zu widersprechen ist: An Manuel Neuer, sollte der bei den Bayern verlängern, wird Alexander Nübel wohl auch auf Sicht nicht vorbeikommen. Nübel braucht aber Spielpraxis. Also wäre eine Ausleihe eine logische Möglichkeit. Und auf Schalke, so Maier weiter, würde Nübel Mannschaft und Umfeld ja bereits kennen.

So weit, so gut. Aber genau da beginnt das eigentliche Problem. Denn das Verhältnis zwischen Nübel und Schalke inklusive des Umfelds ist – höflich formuliert – nicht das beste. Mit den sportlich Verantwortlichen verbindet Nübel lediglich noch ein professionelles Verhältnis, das sich seit der Bekanntgabe des Wechsels von Nübel zu den Bayern deutlich abgekühlt hat.

Wagners klare Ansage

Und bei vielen Fans ist der Torhüter ohnehin unten durch. Seine bislang letzten Spiele für die Königsblauen machte Nübel zuhause gegen Leipzig (0:5) und in Köln, wo Schalke mit 0:3 unterlag – in beiden Partien hinterließ der Keeper einen extrem flatterhaften Eindruck und wurde sogar von den Schalker Fans zum Teil ausgepfiffen.

Danach setzte Trainer David Wagner auf Markus Schubert und Nübel auf die Bank. Wagner bezeichnete diese Entscheidung als „alternativlos“ – eine deutlichere Vokabel für einen Torwart-Wechsel kann es nicht geben. Nübel hat bei allem Respekt (noch) nicht die sportliche Klasse (und nur darauf kommt es an), als dass Schalke sich mit einer solchen von Sepp Maier vorgeschlagenen Rückholaktion gedanklich beschäftigen sollte.

Fährmann kehrt zurück

Für den Verein würde sich der sportliche Nutzen in Grenzen halten, zumal mit Ralf Fährmann ja ein Torhüter mit ebenfalls großen Qualitäten zurückkehrt. Und für Nübel wäre es nur die Fortsetzung eines Spießrutenlaufs. Beiden – Schalke und dem Spieler – sollte ein solches Szenario erspart bleiben. Sepp Maier wird sich neue Späße einfallen lassen müssen.

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