Die verfehlte Transferpolitik der letzten Jahre schränkt den Schalker Handlungsspielraum für neue Spieler ein. Was wird aus drei Schalker Ladenhütern? Diese Frage ist immer noch offen.

Gelsenkirchen

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Was haben Nabil Bentaleb, Yehven Konoplyanka und Hamza Mendyl gemeinsam? Das Trio soll den FC Schalke 04 verlassen, aber es findet sich bisher niemand, der sie verpflichten will.



Und solange dies so ist, fehlt der Schalker sportlichen Führung der finanzielle Spielraum, um eventuell noch den einen oder anderen Spieler zu verpflichten. So hängt zum Beispiel der Transfer von Robin Gosens in der Schwebe. Mit dem Verteidiger von Atalanta Bergamo sollen sich die Königsblauen längst einig sein, aber offenbar ist der Bundesligist nicht in der Lage, die von den Italienern geforderten zwölf Millionen Euro zu stemmen. Deshalb heiß es abwarten, was aus Bentaleb und Co. wird.


Interessenten stehen nicht Schlange

Die Interessenten stehen nicht gerade Schlange. Aus mehreren Gründen.

Bentaleb wird zwar von vielen Experten immer noch als glänzender Kicker eingestuft, aber er gilt einfach auf und außerhalb des Platzes als zu launisch. Auf Schalke hatte das Auswirkungen auf das gesamte Betriebsklima innerhalb der Mannschaft. Bentaleb machte jedoch den Eindruck, dass ihm dies herzlich egal war und brachte mit seinen Eskapaden selbst einen Trainerfuchs wie Huub Stevens aus der Fassung.



Hinzu kommt, dass der Algerier zu den Großverdienern (angeblich vier Millionen Euro pro Jahr) gehörte. Wer einmal so viel Geld verdient hat, dem ist nur sehr schwer zu vermitteln, dass es auch mal weniger sein könnte. Von ernsthaften Interessenten ist jedenfalls bisher nichts bekannt. Der Vertrag von Bentaleb läuft noch bis zum 30. Juni 2021.


Größte Hoffnungen bei Konoplyanka



Noch trostloser aus Schalker Sicht ist aktuell ist Lage bei Hamza Mendyl, den Schalkes früherer Manager Christian Heidel sogar mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2023 ausstattete. Mendyl ließ bei seinen spärlichen Einsätzen keinerlei positive Erinnerungen. Deshalb dürfte es für die Königsblauen sehr, sehr schwer werden, den U21-Nationalspieler zu einem für sie vernünftigen Preis zu transferieren. Auf „transfermarkt.de“ gibt es für Mendyl schon seit Wochen keinerlei Nachfragen. Ob sich daran noch etwas ändern wird, bleibt bis zum Ende des Transferfensters (2. September) abzuwarten.



Die größten Hoffnungen, noch einen Spieler abzugeben, darf sich Schalke wohl bei Yevhen Konoplyanka machen. Fenerbahce Istanbul gilt als heißer Kandidat. Doch dieses Gerücht gibt es schon seit Wochen und passiert ist noch nichts. Mittlerweile hält sich Konoplyanka auf Schalke fit und wartet ab.

Schwere Hypotheken


Insgesamt gilt bei allen drei Spielern, die den Verein verlassen sollen, dass Schalke erhebliche finanzielle Zugeständnisse machen muss, wenn sie das Trio von ihrer Gehaltsliste haben wollen. Das wissen auch die Klubs, mit denen Schalke verhandelt. An der verfehlten Personalpolitik des vergangenen Jahres werden die Blau-Weißen wohl noch länger zu tragen haben.