Corona: Gastronomen enttäuscht - neue Facebook-Seite macht Hoffnung

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Der angekündigte zweite Shutdown im November hat in Schermbeck für viel Enttäuschung in der Gastronomie gesorgt. Doch es gibt eine rasant wachsende Facebook-Seite, die Hoffnung macht.

Schermbeck

, 29.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein „Supergau“ ist die erneute erzwungene Schließung der Gastronomie in der Coronakrise laut Sabrina Greiwe von der Wirtschaftsförderung. „Fürchterlich!“ Am Mittwoch habe sie die Pressekonferenz live verfolgt, sagt Greiwe: „Mit Tränen in den Augen. Ich fühlte mich in den März zurückversetzt.“

Ihre Reaktion: „Wir müssen jetzt schnell was aus dem Boden schießen.“ Das Ergebnis: eine Facebook-Seite mit dem Titel „Schermbeck isst solidarisch“, auf der die Gastronomen einen Lieferservice oder Abhol-Möglichkeiten posten können. „Der Lieferservice hat sich bewährt“, so Greiwe über die Erfahrungen aus der ersten Schließung der Gastronomie im Frühjahr.

Viele Solidaritätsbekundungen

Dass viele Schermbecker um die Schwierigkeiten in der Gastro-Branche wissen und ihre Solidarität zeigen wollen, merkte Greiwe, als ihr Handy nach dem Einrichten der Seite am Mittwochabend nicht mehr aufhören wollte zu brummen. Am Donnerstagmorgen hatten bereits mehr als 360 Facebook-Nutzer die Seite „geliked“. 103-mal wurde die Seite geteilt und schon der erste Post, in dem die Seite vorgestellt wird, erhielt bis Donnerstagmorgen mehr als 60 „Likes“.

Nicht die Wirtschaftsförderung, sondern die Gastronomen selbst sollen die Seite als Administratoren betreiben können. Greiwe schrieb ihre Kontakte an und erhielt gleich Zusagen. „Zehn stehen noch aus“, so Greiwe, die bei einzelnen Gastronomen noch einige technische Probleme hatte, sie als Administratoren hinzuzufügen. „Insgesamt sind es vielleicht 30 Betriebe, die infrage kämen“, sagt Greiwe, doch von diesen seien es vielleicht 15, die tatsächlich ein Liefer- oder Abholangebot anbieten könnten.

„Mir hat es heute kurz den Boden unter den Füßen weggerissen“

Vroni Nappenfeld von „Nappenfeld´s Restaurant“ war die erste Gastronomin, die ihren „Lecker To Go“-Service auf der Facebook-Seite vorstellte. „Mir hat es heute kurz den Boden unter den Füßen weggerissen“, schrieb sie am Mittwochabend. Ihr Appell: „Nutzt bitte die Abhol- oder Lieferangebote von uns allen Schermbecker Gastronomen, denn nur so können wir irgendwann wieder zusammen lachen, essen, plaudern und genießen.“

Enttäuscht zeigte sich auch Melanie Preuß von der „Gaststätte am Rathaus“, die extra ein Zelt vor ihrem Betrieb aufbaute und nun trotzdem wie alle anderen schließen muss. Mit ihren Stammgästen habe sie die Pressekonferenz mit Angela Merkel verfolgt. „Alle Gäste waren sehr enttäuscht. Für die momentane Lage hatten aber alle Gäste sehr viel Verständnis und sicherten allen Gastronomen in Schermbeck weiterhin ihre Treue zu. Das hat mich sehr erfreut und beeindruckt.“ Sie wolle sich mit ihrem Team besprechen und „das Beste aus der Situation machen“.

Birnenpflücker von Opa kommt wieder zum Einsatz

Das Ramirez kündigt an, wieder den Drive-In aufleben zu lassen. Gäste können aus der aktuellen und erweiterten Speisekarte auswählen. Vorbestellungen sind ab 17 Uhr möglich, von 18 bis 21 Uhr können ab Montag die Speisen abgeholt werden auf dem Parkplatz. „Natürlich ist auch wieder der kultige Birnenpflücker von Opa zur körperkontaktlosen Bargeld-Entgegennahme im Einsatz.“

Der hohe Zuspruch für die neue Facebook-Seite führt übrigens im Rathaus dazu, dass bereits weitere Pläne geschmiedet werden. Greiwe sagt, sie könne sich eine ähnliche Seite für die Einzelhändler Schermbecks vorstellen.

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