Corona: Pflicht-Lüften an Schulen - wird jetzt die Heizung aufgedreht?

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Alle 20 Minuten Stoßlüften, Lüften während der Pausen. Die Landes-Vorgaben für Schulen in Coronazeiten bis Weihnachten sind deutlich. Dreht das Gebäudemanagement jetzt die Heizungen auf?

Schermbeck

, 25.10.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dürfte frisch werden in den Klassenräumen nach den Herbstferien. Nicht nur in Schermbeck. Noch sind in den nächsten Tagen Temperaturen im zweistelligen Bereich zu erwarten, doch das dürfte sich bis Weihnachten ändern. So lange gilt erst einmal das Gebot der Landesregierung, mit Blick auf die Corona-Pandemie die Klassenräume alle 20 Minuten stoßzulüften, wenn möglich querzulüften, und während der gesamten Pausen die Klassenräume zu lüften.

Dies soll die Ausbreitung der Aerosole deutlich verringern, die für viele Ansteckungen mit dem Coronavirus verantwortlich gemacht werden. Der Bund fördert sogar den Ausbau von Belüftungsanlage mit zusätzlichen Filtern. „Wir haben an der Gesamtschule keine Belüftungsanlage für die Schule“, sagt hingegen Gerd Abelt, Vertreter des Bürgermeisters. „Das nützt also nichts.“

„Energetisch ist das der absolute Wahnsinn“

An der Dreifachsporthalle der Gesamtschule gibt es hingegen eine Belüftungsanlage. „Die ist aber schon so alt, dass man die nicht nachrüsten kann mit speziellen Filtern“, sagt Abelt. „Wir lassen die jetzt auf 100 Prozent Frischluftzufuhr laufen. Dagegen heizen wir an.“ Abelt gibt zu: „Energetisch ist das der absolute Wahnsinn.“ Eine andere Möglichkeit gebe es aber nicht: „Die warme Jahreszeit liegt weitgehend hinter uns.“

An vielen Schulen gibt es in den Klassenräumen das Problem, dass Fenster gar nicht geöffnet werden können. Nicht so in Schermbeck. „Die Fenster kriegen wir auf, das ist schon mal ganz gut.“ Auch für die windigen Tage sorgt die Gemeinde derzeit vor. „Damit die Fenster während des Stoßlüftens nicht zuknallen, werden Feststeller für die Fenster installiert“, so Abelt.

Kalte Luft soll sich schnell erwärmen

Bleibt die Frage, ob das Gebäudemanagement nun die Heizungsanlagen auf höhere Gradzahlen einstellt, um die unausweichlichen Wärmeverluste durch das Lüften wieder aufzufangen? Erst einmal nicht. Beim Stoßlüften werde die Raumtemperatur nur kurz abfallen, zitiert Abelt einen Bericht des Umweltbundesamts - die kalte Luft werde sich anschließend schneller erwärmen. „Wollen wir´s hoffen“, so Abelt.

Grundsätzlich seien Thermostate angebracht, die auf das Absinken der Raumtemperatur reagieren und so heizen, bis das „Soll“ wieder erreicht ist, so Abelt. Die Gemeinde werde aber auch die Rückmeldungen aus den Schulen erhalten, wie sich die Temperaturen in den Klassenräumen durch das häufige Lüften verändern.

CO2-Einsparungsdebatte auf der einen und Corona auf der anderen Seite - für Abelt eine „verrückte Situation“. „Das eine beißt sich mit dem anderen.“

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