Coronavirus: Altenheimbewohner vermissen Angehörige - Ideen für Besuch

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Das Coronavirus und der Besucher-Stopp hat die Altenheime getroffen. „Die Bewohner vermissen die Angehörigen, keine Frage. Die können wir nicht ersetzen“, sagt Chantal Graaf.

Schermbeck

, 03.05.2020, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Leiterin des Bossow-Hauses der Evangelischen Stiftung Lühlerheim in Schermbeck hat mit den Mitarbeitern allerdings viel dafür getan, damit die schwere Zeit so angenehm wie möglich für die Bewohner ausfällt. „Schwierige Zeiten erfordern kreative Lösungen“, sagt Graaf.

So führten die Mitarbeiter Videotelefonie im Haus ein, damit die Bewohner mit ihren Angehörigen sprechen konnten. „Das wurde super angenommen.“ Auch wurden Balkon-Besuche ermöglicht. Zugute gekommen sei dem Haus auch die „Einzellage“: „Wir haben einen schönen großen Garten.“ Und mit Spaziergängen und Fahrten mit dem Tandem-Fahrrad widerlegt Graaf auch manche Vorwürfe, die derzeit häufiger zu hören sind, dass Altenheimbewohner gar nicht mehr nach draußen kämen. Auch einen Maibaum mit Maikranz gibt es am Bossow-Haus.

Auf einen Maibaum müssen die Bewohner des Bossow-Hauses in diesen Tagen trotz Corona nicht verzichten.

Auf einen Maibaum müssen die Bewohner des Bossow-Hauses in diesen Tagen trotz Corona nicht verzichten. © Chantal Graaf

Aufruf bei Facebook

Um noch mehr Unterhaltung für die Senioren zu ermöglichen, startete das Bossow-Haus einen Aufruf bei Facebook. „Wir haben gefragt, ob es Leute gibt, die für uns musizieren möchten“, sagt Graaf. Von der guten Resonanz ist sie selbst überrascht. Ein Akkordeon-Spieler, zwei Geschwisterkinder, die ein plattdeutsches Stück aufführen, und Volksmusik sind in den kommenden Wochen schon fest eingeplant.

Mit seinem Akkordeon spielte Ernst-Dieter Lakermann aus Brünen für die Bewohner des Bossow-Hauses am Donnerstag ein kleines Volksmusik-Konzert.

Mit seinem Akkordeon spielte Ernst-Dieter Lakermann aus Brünen für die Bewohner des Bossow-Hauses am Donnerstag ein kleines Volksmusik-Konzert. © Chantal Graaf

„Etwa zwei Auftritte pro Woche“, plant Graaf. „Vielleicht hat noch jemand Interesse. Der darf sich gerne an uns wenden.“ Erlaubt seien allerdings vom Ordnungsamt nur maximal zwei Personen - wegen der Kontaktsperre. Erreichbar ist Graaf unter Tel. (02856) 291200. Solche Auftritte würden selbstverständlich mit dem gebotenen Abstand erfolgen. Die Musiker werden draußen stehen oder sitzen, einige Bewohner im Innenhof „mit gebührendem Abstand“ und ein Teil der Bewohner auf dem Balkon.

Hoffnung auf Lockerung des Besuchsverbots

Was mit dem Besuchsverbot in Altenheimen wird? Graaf hatte eigentlich noch vor dem 1. Mai auf Hinweise aus der Politik gehofft, wie Besuche von Angehörigen in Altenheimen doch ermöglicht werden können.

Im Bossow-Haus hat man sich dazu bereits Gedanken gemacht. „Wir haben einen Verbindungsgang, den wir mit Plexiglas-Scheiben abtrennen können“, sagt Graaf. Bewohner könnten von der einen Seite, Besucher von der anderen Seite kommen. An Plexiglas sei zwar derzeit nicht so einfach zu kommen, aber sobald dieses geliefert werde, wolle man die Abtrennung im Gang einbauen. Schutzausrüstung habe das Haus ebenfalls.

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