Coronavirus: Bauhof geschlossen - Ärger über wilde Müllkippen

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Über wilde Müllkippen ärgert sich nicht nur der Schermbecker Gerhard Pszolla. Führt der geschlossene Bauhof zu mehr Umweltsauereien? Für Raesfeld gibt es beim Müll indes gute Nachrichten.

Schermbeck

, 24.04.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er sei häufig mit dem Rad unterwegs, so Gerhard Pszolla. Dabei „werden einem immer wieder die Hinterlassenschaften von geistig minderbemittelten Personen vor Augen geführt“. Etwa 400 Meter nördlich des Wanderparkplatzes am Nottkamp stieß Pszolla auf Bauschutt, Dachziegel und Schalbretter im Wald und erinnerte sich an die Berichterstattung über die steigende Zahl wilder Müllkippen in Dorsten.

Wird das auch in Schermbeck zum Problem? Man könnte den Eindruck gewinnen, wenn man die vielen Mitteilungen in Sozialen Medien verfolgt. Gerd Abelt, Vertreter des Bürgermeisters, sagt allerdings nach Rücksprache mit dem Bauhof, dass man dort keinen signifikanten Anstieg bei illegaler Müllentsorgung feststelle.

Müllkippe beseitigt

Da der Bauhof wegen des Coronavirus‘ derzeit geschlossen ist, seien die Mitarbeiter mehr unterwegs „und fahren mit offenen Augen durch den Ort“, so Abelt. „Sie beseitigen schon mal Dinge, die nicht gemeldet werden“. Auch die von Pszolla gemeldete wilde Müllkippe wurde nach dem Hinweis beseitigt.

Laut Abelt ist die Nachfrage nach Sperrmüll-Abholung gestiegen. „Weil die Leute alle aufgeräumt haben“, wie Abelt sagt. Auch Grünschnitt sei im Frühjahr natürlich verstärkt ein Thema. Die im Abfallkalender genannten Termine und Orte für die Grünschnittabgabe seien wieder gültig, teilt Jan Böcker von der Verwaltung mit.

Die nächsten Termine sind am 2. Mai (Gahlen, Parkplatz Törkentreck) und am 16. Mai (Rathausparkplatz) jeweils von 9 bis 13 Uhr. Per Einbahnstraßen-Regelung sollen die Bürger Abstand halten. Wer dringend Grünschnitt loswerden muss, kann dies beim Entsorgungsbetrieb der Firma Drekopf, Bühlstraße 3 in Voerde, erledigen (Personalausweis mitbringen).

„Vor der Tür abgeholt“

Wenig Verständnis für wilde Müllkippen hat Abelt. „Fernseher, Kühlschrank, Spülmaschine - so etwas kriege ich vor der Tür abgeholt.“ Elektro-Kleingeräte, die sonst in Gitterboxen auf dem Bauhof landen können, müsse man jetzt eben noch ein paar Wochen im Keller liegen lassen. Ähnliches gelte für Dinge, die sonst beim Schadstoffmobil abgegeben würden.

Gute Nachrichten für die Raesfelder hat die Entsorgungs-Gesellschaft-Westmünsterland: Diese hatte ab dem 15. April bereits drei Wertstoffhöfe (Borken, Gescher, Gronau) geöffnet und festgestellt, „dass sich die Bürger an die vorgegebenen Verhaltensregeln zum Infektionsschutz gehalten haben“. Deshalb wolle man nun alle Wertstoffhöfe, auch den in Raesfeld, wieder ab Montag (27. April) zu regulären Öffnungszeiten aufmachen.

Allerdings sollten Bürger Masken tragen und nur zum Wertstoffhof kommen, „wenn dies unbedingt erforderlich ist“ - so wolle man in den ersten Tagen lange Warteschlangen vermeiden.

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