Coronavirus: Bürgermeisterkandidat nennt Vorwürfe der Grünen „absurd“

Coronavirus

Die Kritik der Grünen an der Art der Verteilung der Stoffmasken gegen das Coronavirus stößt auf Unverständnis bei CDU und „Die Partei“. Timo Gätzschmann nennt die Vorwürfe „absurd“.

Schermbeck

, 07.04.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gemeindemitarbeiter verpacken im Ratssaal in diesen Tagen Tausende von Stoffmasken, die von der Firma SWING produziert werden. Die Masken werden von Helfern an die älteren Bürger Schermbecks verteilt.

Gemeindemitarbeiter verpacken im Ratssaal in diesen Tagen Tausende von Stoffmasken, die von der Firma SWING produziert werden. Die Masken werden von Helfern an die älteren Bürger Schermbecks verteilt. © Gemeinde Schermbeck

Der „Die Partei“-Bürgermeisterkandidat, Timo Gätzschmann, erklärt, dass er gar nicht in die Verteilung der Masken involviert war. Diese sei von der Verwaltung organisiert, die den E-Mail-Verteiler der von ihm gegründeten Gruppe „Wir für Schermbeck“ genutzt habe. „Genau für so etwas ist der Verteiler auch gedacht. Im Verteiler sind mittlerweile etwa 90-100 Helfer gelistet.“

"Die Partei"-Bürgermeisterkandidat Timo Gätzschmann

"Die Partei"-Bürgermeisterkandidat Timo Gätzschmann © Helmut Scheffler (Archiv)

Er sei bestürzt gewesen, als er die Pressemitteilung der Grünen gelesen habe, so Gätzschmann. „Auch wenn ich es gerne gemacht hätte, habe ich keine einzige Maske der Gemeinde an irgendjemanden verteilt.“ Die datenschutzrechtliche Kritik der Grünen könne er nicht verstehen: Jeder Helfer habe laut Bürgermeister Mike Rexforth eine Datenschutzerklärung abgegeben. „Ich sehe keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln.“

„Dieser Gedanke der Grünen ist absurd“

Gätzschmann: „Ich bin davon ausgegangen, dass jedem klar sein sollte, dass man wohl kaum gemeinsame Sache mit dem Bürgermeister macht, gegen den man antritt, wenn es nicht zum Wohle der Gemeinschaft wäre. Im Umkehrschluss würde Mike Rexforth, als aktueller Bürgermeister und somit Oberhaupt der Verwaltung, mir kaum freiwillig eine Plattform für Wahlwerbung geben. Allein dieser Gedanke der Grünen ist absurd.“

In Zeiten wie diesen gelte es, „an einem Strang zu ziehen, unabhängig davon, welcher Partei man vielleicht angehört.“ Den Grünen wirft Gätzschmann „populistisches Verhalten, wie man es eigentlich nur von der AfD kennt“ vor. „Bevor die Grünen oder sonst jemand ein Foto verbreiten, in dem sich Menschen für Masken bedanken, die ich gespendet habe, möchte ich dem direkt vorgreifen.“ Die von ihm an Mitarbeiter des Marienheims gespendeten Masken stammten aus seinem eigenen Bestand, nicht dem der Gemeinde. „Ich habe vor der Krise vorsorglich 50 Masken gekauft. Da andere Menschen diese Masken aber gerade dringender brauchen als ich, habe ich sie abgegeben.“

„Haltlose Unterstellungen“

Auf „politischer Geisterfahrt“ sieht CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Ulrich Stiemer die Grünen. Die Hilfsaktion von Bürgern, Politikern und Verwaltung sei von den Grünen „skandalisiert“ worden. „Unangebrachte und den gemeinsamen Kampf gegen das Virus schwächende Pressemitteilungen mit haltlosen Unterstellungen wie ,Schwätzchen an der Haustür‘“ seien nicht hilfreich, so Stiemer. „Diese besondere, auch alle belastende Situation werden wir nur als Gemeinschaft, die zusammenhält, bewältigen. Da helfen parteipolitische Spielchen nicht weiter.“

Ulrich Stiemer

Ulrich Stiemer © Helmut Scheffler (Archiv)

„Die entscheidende Aufstellungsversammlung der CDU Schermbeck für den Gemeindeverband hat noch gar nicht stattgefunden. Wer soll sich da Vorteile verschaffen?“, fragt Stiemer. Es habe vor einigen Tagen einen Aufruf an die Bevölkerung gegeben, bei der Verteilung der Masken zu helfen. Natürlich hätten auch CDU-Mitglieder sowie Mitglieder anderer Parteien an der Hilfsaktion teilgenommen. Stiemer: „Frau Trick und ihre Kollegen aus dem engeren Führungskreis der Schermbecker Grünen sind dem Aufruf zur Hilfe leider nicht gefolgt.“

„Lieber mit anpacken“

„Statt wie üblich zu meckern und unnötig die Gesamtstimmung in diesen Tagen zu vergiften, sollten Frau Trick und ihre Parteifreunde lieber mit anpacken“, rät Ulrich Stiemer: „Frau Trick bleibt ja am Wochenende genügend Zeit. Da Osterfeuer verboten sind, braucht sie nicht quer durch Schermbeck fahren und diese kontrollieren.“

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