Coronavirus: „Den Umsatzverlust holst du nicht mehr auf“

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Fast einen Monat waren viele Geschäfte in Schermbeck wegen des Coronavirus‘ geschlossen. Einzelhändler und Kunden genossen am Montag die Wiedereröffnung - auch wenn jetzt vieles anders ist.

Schermbeck

, 20.04.2020, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die wochenlange Schließung für sein Schuhhaus ein Problem ist, gibt Heinz-Günther Draeger unumwunden zu. „Sehr bescheiden“ sei die Situation durch den Coronavirus. „Den Umsatzverlust holst du nicht mehr auf.“ Als er am Montagmorgen erstmals wieder öffnete, wusste er wie die anderen Geschäftsleute auf der Schermbecker Mittelstraße nicht, was ihn erwartet.

Heinz-Günther Draeger vom gleichnamigen Schuhhaus Draeger ist froh, dass die wochenlange Schließung endlich vorbei ist - ebenso wie Kunde Klaus Kerkhoff, der sich mit neuen Sportschuhen eindeckte.

Heinz-Günther Draeger vom gleichnamigen Schuhhaus Draeger ist froh, dass die wochenlange Schließung endlich vorbei ist - ebenso wie Kunde Klaus Kerkhoff, der sich mit neuen Sportschuhen eindeckte. © Berthold Fehmer

„Positiv“ fällt Draegers Fazit nach wenigen Stunden aus. Der ganz große Ansturm fiel zwar aus, aber einige Kunden wie Klaus Kerkhoff nutzten die Gelegenheit, ihre Füße neu einzukleiden. Einige Kunden hätten Schuhe für ihre Kinder besorgt, so Draeger - frühlingshafte Temperaturen und Winterschuhe vertragen sich nicht so gut.

Draeger hat sich Schutzmasken besorgt, sagt allerdings auch, dass manche Abstandsregeln in seinem Laden schwer einzuhalten sind. Etwa im schmalen Eingangsbereich oder wenn er die Schuhe anreichen muss. „Du brauchst einen Zwei-Meter-Schuhanzieher“, kommentiert dies Kerkhoff schmunzelnd.

Hinter Plexiglas und Maske freut sich Christiane Fröhlich von der Geschenkeboutique Stender, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Hinter Plexiglas und Maske freut sich Christiane Fröhlich von der Geschenkeboutique Stender, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen. © Berthold Fehmer

Christiane Fröhlich von der Geschenkboutique Stender hat in den Wochen der Schließung ihren Stammkunden Waren nach Hause geliefert. „Das mache ich auch weiter“, sagt sie über ihren Lieferservice. Sie sei froh gewesen um jeden Betrag, „der in die Kasse kommt“. Das Geschäft im Laden laufe nun wieder an, allerdings glaubt Fröhlich, dass der große Ansturm am Montag vor allem aus einem Grund ausbleibt: „Die Leute sind sehr vorsichtig.“

Einige Kunden kommen mit Maske

Fröhlich hat, wie die meisten Geschäftsleute, eine Plexiglas-Scheibe an der Kassentheke angebracht. Auch trägt sie eine Maske, allerdings nicht dauerhaft. Einige Kunden seien auch schon mit Maske in den Laden gekommen, allerdings seien Masken noch nicht in der benötigten Menge verfügbar.

Im Elektrohaus Cremerius trägt auch Gudrun Cremerius eine Maske. „Gut frequentiert“ sei der Laden nach der Wiedereröffnung, sagt sie am Montagmittag. „Wir freuen uns, endlich wieder da sein zu können“, sagt Gudrun Cremerius. Desinfektionsmittel am Eingang, Hygieneregeln an der Tür, ein zusätzlicher Tisch vor der Kassentheke - so soll die Ansteckungsgefahr minimiert werden.

Eine Kundin, die einen Föhn kauft, sagt, dass sie in der jetzigen Situation extra nicht zu einem großen Elektromarkt gehe. Kunde Rainer Gardemann war froh, endlich einen Entkalker kaufen zu können. Während der wochenlangen Schließung habe die Werkstatt allerdings weiterarbeiten können, sagt Gudrun Cremerius. Wenn Großgeräte wie Waschmaschine oder Spülmaschine nicht repariert werden konnten, habe man Neugeräte vorgeschlagen und diese geliefert.

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