Coronavirus: Internetseite will Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen

Hilfsgruppe

„Wir für Schermbeck“, so heißt eine neue Internetseite und Gruppe, die in der aktuellen Coronavirus-Situation zwischen ehrenamtlichen Helfern und Hilfesuchenden vermitteln will.

Schermbeck

, 16.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Wir für Schermbeck", so heißt eine neue Internetseite, die in der aktuellen Coronavirus-Situation ehrenamtliche Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen will.

„Wir für Schermbeck", so heißt eine neue Internetseite, die in der aktuellen Coronavirus-Situation ehrenamtliche Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen will. © Screenshot Berthold Fehmer

Die Schermbecker Max Messing und Timo Gätzschmann hatten am Sonntagnachmittag die Idee und setzten sofort die Internetseite www.fuer-schermbeck.de auf. „Wir haben seit gestern ungefähr 20 bis 30 Helfer“, sagte Messing am Montagmorgen, nachdem die Seite in den Sozialen Medien verbreitet wurde. Zwei Hilfesuchende hätten sich gemeldet, sagt Messing.

Max Messing (l.) und Timo Gätzschmann haben ein Internetseite aufgestellt, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen soll.

Max Messing (l.) und Timo Gätzschmann haben ein Internetseite aufgestellt, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen soll. © privat

Worum es der Gruppe geht, kann man der Startseite der Homepage entnehmen. „Gerade jetzt benötigen wir eine Gemeinschaft, die sich für die besonders gefährdeten Menschen in Schermbeck einsetzt. Sie benötigen Hilfe oder wollen als Helfer aktiv werden, dann können Sie sich bei uns melden. Wir versuchen, Sie ehrenamtlich zu unterstützen.“

„Das ist ein Virus und kein Atomkrieg“

Wichtig ist den Initiatoren, dass sie mit ihrem Angebot auch „mittransportieren wollen, dass wir die Kirche im Dorf lassen. Das ist ein Virus und kein Atomkrieg“, sagt Messing. „Keiner braucht 800.000 Tonnen Lebensmittel im Keller, die dann weggeschmissen werden.“

Jetzt wollen die Initiatoren das Angebot erst einmal bekannter machen. Messing: „Es hat sich schon jemand von einer Druckerei gemeldet. Wir wollen schnellstmöglich kleine Blättchen drucken, um sie bei den Supermärkten hinlegen zu können.“

Autohaus stellt Transporter zur Verfügung

Und noch ein Hilfsangebot sei eingegangen: „Das Autohaus Ford Böwing hat angekündigt, dass, wenn Transporter benötigt werden für größere Einkäufe oder Wasserkästen, wir den vollen Zugriff bekommen“, sagt Messing.

Messing geht davon aus, dass nicht alle das Angebot der Gruppe benötigen. „Vieles wird sich zwischenmenschlich von selber ergeben. Wenn die Leute in der Nachbarschaft direkt zueinander finden, brauchen wir nicht zu vermitteln.“

So kann man Hilfe erhalten

Wo das nicht gelingt, steht die Gruppe bereit. „Wir wollen der Katalysator sein“, sagt Messing. Wer Hilfe benötigt, kann eine E-Mail an helfer@fuer-schermbeck.de mit Kontaktdaten und kurzer Information, worum es geht, schicken. Auch telefonisch ist der Kontakt möglich unter Tel. (02853) 8095889 - dort zeichnet ein Anrufbeantworter alle Nachrichten auf. „Wir können nicht sicherstellen, dass die ganze Zeit jemand dran geht“, erklärt Messing, warum ein Anrufbeantworter notwendig sei.

In beiden Fällen der Kontaktaufnahme wollen die Helfer sich so schnell wie möglich bei den Hilfesuchenden melden. „Wir kennen die meisten Helfer“, sagt Messing, der darauf achten will, dass die Wege zwischen Helfern und Hilfesuchenden möglichst kurz sind - deshalb sollten beide ihre Adressen angeben.

Helfer müssen Verschwiegenheitserklärung unterschreiben

Helfer melden sich unter helfer@fuer-schermbeck.de . Um eventuellem Missbrauch vorzubeugen, werden Messing und das Team die Daten verifizieren. Helfer müssen eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, um sicherzustellen, dass die Daten der Hilfesuchenden vertraulich behandelt werden. „Ein bisschen steuern muss man das schon“, sagt Messing.

Was passiert, wenn das Projekt den beiden Organisatoren über den Kopf wächst? „Wir sind keine professionelle Vermittlung“, sagt Messing. Aber falls die Vermittlung aufwendiger werde, könnten sie immer noch auf Freunde zurückgreifen, die bei Kontaktherstellung zwischen Helfenden und Hilfesuchenden einsteigen könnten. „Wir wollen zeigen, dass es nicht nur Ellenbogen gibt, wie derzeit im Supermarkt, sondern dass wir eine Gemeinschaft sind.“

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