Coronavirus: Schermbecker ärgert sich über verspätete Testergebnisse

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Einem Coronavirus-Test haben sich mehrere Schermbecker am 17. März unterzogen. „Wenn Sie infiziert sind, bekommen Sie die Bestätigung in zwei bis drei Tagen“, hieß es da noch.

Schermbeck

, 25.03.2020, 14:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schermbecker, der seinen Namen nicht öffentlich machen möchte, war am 15. März (Sonntag) aus Spanien zurückgekehrt. Er sei froh gewesen, dass er das Land noch wie geplant verlassen konnte, sagt er am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion.

Pflichtbewusst nahm der Schermbecker direkt nach seiner Heimkehr Kontakt zum Hausarzt auf und informierte ihn über das Risiko, dass er sich in Spanien mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. Der Hausarzt vermittelte einen Test an einem Recklinghäuser Krankenhaus, wo sich der Schermbecker am 17. März (Dienstag) einfand. Dort standen schon zahlreiche Menschen Schlange, unter anderem entdeckte der Schermbecker zwei Bekannte aus Schermbeck.

Handzettel in der Schlange durchgereicht

„Dass dort nur 100 Tests pro Tag durchgeführt werden, hatte uns vorher keiner gesagt“, sagt der Schermbecker, der allerdings wie die anderen beiden Bekannten Glück hatte, noch am selben Tag getestet zu werden. Allerdings erst, nachdem alle einen Anmeldebogen ausgefüllt hatten. „Der Stapel mit Handzetteln musste in der Schlange weitergereicht werden“, so der Schermbecker: „Kurios“ nennt er dieses Prozedere, das seiner Meinung gegen Hygiene-Vorschriften verstößt.

Beim Test sei ihm gesagt worden, dass man sich nur innerhalb von zwei bis drei Tagen bei ihm melden werde, wenn er infiziert sei, berichtet der Schermbecker. „Das wäre dann spätestens am Freitag gewesen.“

Bekannte sind infiziert

Der Freitag ging vorüber, auch das Wochenende. Also alles gut? Nein - denn von zwei den Bekannten, die er getroffen hatte, erhielt der Schermbecker jetzt die Mitteilung, dass sie am Dienstag (24. März), also eine Woche später, und am Mittwoch (25.) positive Testergebnisse erhalten hätten - sie seien infiziert. Beide seien nicht ernsthaft erkrankt, so der Schermbecker, der sich ebenfalls gesund fühlt.

„Man merkt, dass die alle überfordert sind“

Der Schermbecker wartet nun darauf, ob er auch noch einen verspäteten Anruf mit positivem Testergebnis erhält. „Man merkt, dass die alle überfordert sind“, sagt er über die Behörden - auch weil seine Bekannten am Mittwoch bei telefonischer Nachfrage vom Gesundheitsamt zum Ordnungsamt und wieder zurück verwiesen worden seien. „Scheinbar ist uns das Organisationstalent, das wir in diesem Land mal hatten, verloren gegangen.“

Problematisch sei die verspätete Meldung der Testergebnisse, weil die Bekannten sich ab Freitag in vermeintlicher Sicherheit hätten wiegen und weitere Personen anstecken können. Der Schermbecker empfiehlt allen, die getestet wurden, 14 Tage Quarantäne. Und was, wenn er doch noch ein positives Testergebnis erhält? Der Schermbecker augenzwinkernd: „Die könnten dann sagen: ‚Sie hatten Corona‘“.

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