Darum wird der Kampf gegen EPS-Raupen noch schwieriger

Eichenprozessionsspinner

Mit Fallen, Bakterien und Absaugen soll den Eichenprozessionsspinnerraupen (EPS) im nächsten Jahr Einhalt geboten werden. Eine neue Entwicklung macht die Prävention besonders schwierig.

Schermbeck

, 01.10.2019, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum wird der Kampf gegen EPS-Raupen noch schwieriger

Der Kampf gegen die EPS-Raupen könnte in Zukunft schwieriger werden. © Archiv

Die Brennhaare der Raupen können allergische Reaktionen auslösen - viele Menschen und Tiere hatten damit in den vergangenen Jahren zu kämpfen. 8000 Euro gab die Gemeinde Schermbeck 2009 für Präventiv-Bekämpfung und Absaugung von EPS-Nestern aus. 2018 waren es fast 90.000 Euro! Wie es jetzt weitergehen soll, schildert Marc Lindemann vom Ordnungsamt der Gemeinde in der Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss (2. Oktober, 16 Uhr).

Zwei Formen der Bekämpfung hätten sich etabliert, so Lindemann: Im Frühjahr werden Eichen mit einem Bakterium besprüht, das die Larven vor der Entwicklung der Brennhaare tötet. Hinzu kommt später das Absaugen der Nester mittels Hubsteigern und Saugvorrichtung.

Präventiv-Behandlung

2014 und 2015 gab es weniger EPS-Raupen. Daraufhin stellte die Gemeinde die präventive Behandlung 2016 und 2017 ein. Ein deutlicher Anstieg in den Jahren 2018 und 2019 führte dazu, dass die Präventiv-Maßnahmen wieder eingeführt wurden. Das habe sich bewährt, so Lindemann, „und sollte deshalb fortgeführt werden“.

Statt fast 90.000 Euro im Jahr 2018 gab die Gemeinde 2019 „nur“ annähernd 50.000 Euro für den Kampf gegen die EPS aus. Lindemann: „Der Rückgang der Aufwendungen zwischen den letzten beiden Jahren ist nicht durch einen weniger intensiven Einsatz der Firmen zu erklären, sondern durch einen konzentrierten Einsatz der Arbeiten an weniger Tagen.“ Durch effektiveres Arbeiten habe man die Kosten gesenkt.

Mehrere Larven-Generationen erstmals beobachtet

An 47 Stellen in der Gemeinde (Spielplätze, Schulen, Kindergärten, stark frequentierte Wege usw.) werden Eichen präventiv behandelt. In diesem Jahr habe man erstmals mehrere Generationen von Larven gleichzeitig beobachtet, so Lindemann. Larven in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sind ein Problem für die Präventionsbehandlung, da das Bakterium nur in einem bestimmten Stadium der Entwicklung wirkt.

Am Hauptstandort der Grundschule Schermbeck sei präventiv behandelt worden. Trotzdem mussten dreimal Nester per Absaugung entfernt werden. Lindemann: „Wobei ein Befall von 22 Nestern an einem einzelnen Baum festgestellt werden konnte.“

RVR darf Radweg nicht präventiv behandeln

Der RVR hatte in diesem Jahr vor der Benutzung des Radwegs auf der alten Bahntrasse wegen EPS-Raupen gewarnt. Im Gespräch mit dem RVR habe man erfahren, dass dieser eine präventive Behandlung „aus rechtlichen Gründen“ dort nicht durchführen könne.

Man wolle grundsätzlich an der bisherigen Strategie der Gemeinde festhalten, so Lindemann. „Eine flächendeckende Bekämpfung ist schon aus logistischen Gründen nicht möglich.“

Zusätzlich will man EPS-Fallen aufhängen. Dabei werden eng anliegende Ringe um den Eichenstamm angebracht. Wenn die Raupen sich durch einen Duftstoff angelockt dorthin bewegen, fallen sie in einen am Ring befestigten Köderbeutel. Lindemann: „Durch die Sonnenwärme sollen die Tiere mit Haaren unschädlich gemacht werden.“ Der Beutel könne anschließend von Hand entleert werden. Ob diese Methode erfolgreich sei, wolle man beobachten.

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