Die Partei feiert „die fulminanteste Ortsverbands-Gründung“

Die Partei

„Die Partei“ will den politischen Platzhirschen das Leben schwer machen. Der stellvertretende Kreisvorsitzende attestierte die „die fulminanteste Ortsverbands-Gründung“.

Schermbeck

, 04.10.2019, 10:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Partei feiert „die fulminanteste Ortsverbands-Gründung“

Zum Gründungsvorstand des Schermbecker Ortsverbandes der „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ (kurz: Die Partei) gehören (v.l.) Ingo Menker, Dirk Zerressen, Marc Overkämping, Lara Wefelnberg, Manuel Schmidt, Fabian Dalkmann und Chantal Schidelko. © Helmut Scheffler

Am Mittwochabend ist das Spektrum der Schermbecker Parteienlandschaft erneut erweitert worden. Im Hotel-Restaurant „Haus Mühlenbrock“ wurde im Beisein von mehr als 50 Besuchern der Ortsverband Schermbeck der „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ (kurz: Die Partei) gegründet.

Großes Vorbild für „Die Partei“ ist der Bundesvorsitzende Martin Sonneborn, der als Mitglied des Europäischen Parlaments den etablierten Parteien schon mehrfach gezeigt hat, dass man politisches Handeln auch durch die Brille eines Satirikers betrachten kann.

Eine zehnköpfige Schermbecker Gruppe will dem Beispiel folgen. Ingo Menker und Manuel Schmidt gehörten dem Kreis ebenso an wie Katrin Schmitt, Dirk Zerressen, Ingo Hamich, Marc Overkämping, Bastian Schult, Fabian Dalkmann, Stephan Mühlenbrock und David Eberius.

Bei der Gründung des Ortsverbands halfen die Kreisvorsitzende Isabelle Draeger und ihr Stellvertreter Carsten Born, der die Versammlungsleitung übernahm. Born zeigte sich beeindruckt von dem großen Interesse der Schermbecker und bescheinigte den künftigen Ortsverbandsmitgliedern, es sei ihnen gelungen, „die fulminanteste Ortsverbands-Gründung“ inszeniert zu haben: „Mein Respekt an alle, die das in Gang gesetzt haben.“

Born stellte die dreiseitige Satzung vor. Als Zweckbestimmung nennt „Die Partei“ die Vereinigung von Mitgliedern „ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, des Geschlechts und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates, einer modernen föderalen Ordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen.“ Ausdrücklich wird in der Satzung formuliert: „Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt Die Partei ab.“

Falten im Anzug

26 Schermbecker Bürger trugen sich in die Liste der Mitglieder ein, die den engeren Gründungsvorstand wählen durften. In geheimer Wahl wurde Marc Overkämping für zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Der 46-jährige Fahrlehrer und ehemalige Stammesleiter des Pfadfinderstammes St. Georg sagte: „Ich möchte mein Amt so gut ausführen, wie es mir bei meinem Anzug nicht gelungen ist“, und zeigte auf die Falten in seinem Anzug.

Auch der stellvertretende Vorsitzende Manuel Schmidt wurde einstimmig gewählt. Der 40-Jährige hat 15 Jahre lang als SPD-Mitglied politische Erfahrungen sammeln können. Der SPD hat er inzwischen den Rücken gekehrt. „Politik ist ein total dröges Geschäft“, fasste er seine bisherigen Erfahrungen zusammen und versicherte: „Wir wollen es anders machen.“ Der AfD die Stirn zu zeigen, ist für Schmidt eine wichtige Zielsetzung seiner künftigen politischen Arbeit.

„Selber anfassen und Politik mitgestalten“

„Selber anfassen und Politik mitgestalten“, betrachtet der Unternehmer Fabian Dalkmann als einstimmig gewählter Schatzmeister als ein wichtiges Anliegen seiner Mitarbeit im Vorstand. Zum Vorstand gehören auch als Beisitzer der 49-jährige Versicherungsmitarbeiter Ingo Menker, der 53-jährige Gastwirt Dirk Zerressen, die 22-jährige Auszubildende im Gesundheitswesen Chantal Schidelko und die 21-jährige Lara Wefelnberg als Auszubildende im Beruf einer Friedhofsgärtnerin.

Im Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ luden einzelne Vorstandsmitglieder die Versammlungsteilnehmer zur aktiven Mitarbeit ein. Im Verlauf der nächsten 14 Tage soll die erste Vorstandssitzung stattfinden. Dort wird man beginnen, über die künftige Entwicklung der Partei zu diskutieren. Schon jetzt steht fest, dass „Die Partei“ bei den Kommunalwahlen des Jahres 2020 in Schermbeck antreten wird, um im Gemeinderat und in den Ausschüssen an der Gestaltung der Schermbecker Zukunft mitarbeiten zu können. Dass ein Teil der Arbeit darin bestehen wird, als AfD-Blocker zu fungieren, wurde beim Blick auf die ausgestellten Plakate deutlich.

Der Ortsverband verweist auf seinen Facebook-Auftritt. Der Kreisverband hat eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet.

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