FDP-Ortsverbandsmitglieder stimmen für Parteiausschluss von Thomas Heiske

Nach Facebook-Äußerungen

Der, um den es bei der Versammlung des Schermbecker FDP-Ortsverbands am Mittwochabend im „Haus Mühlenbrock“ ging, fehlte: Thomas M. Heiske, stellvertretender Vorsitzender und Ratsmitglied. Seine Äußerungen auf Facebook (wir berichteten) und der einstimmige Beschluss des Kreisparteitags, der auf einen Parteiausschluss Heiskes drängt, sollten an diesem Abend diskutiert werden.

Schermbeck

, 09.03.2016, 22:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
FDP-Kreisverbandsvorsitzender Michael Terwiesche (l.) schilderte chronologisch die Geschehnisse um Thomas Heiskes Facebook-Äußerungen.

FDP-Kreisverbandsvorsitzender Michael Terwiesche (l.) schilderte chronologisch die Geschehnisse um Thomas Heiskes Facebook-Äußerungen.

Zunächst bezweifelte Beisitzerin Erika Rottinghaus, dass ordnungsgemäß zum Ortsparteitag eingeladen worden war. Die Einladung war auf elektronischem Weg versandt worden und habe, so Rottinghaus, nicht alle Mitglieder erreicht. Der Ortsparteitag sei nicht beschlussfähig. Einwände des Ortsverbands-Vorsitzenden Marc Terstegen, dass man auch früher so eingeladen habe, die Idee sogar von Heiske stamme, ließ Rottinghaus nicht gelten.

„Es reicht hier langsam mit den Spielchen“

Der Kreisvorsitzende Michael Terwiesche sprach ein Machtwort: „Es reicht hier langsam mit den Spielchen.“ Er schilderte chronologisch die Geschehnisse um Heiskes Facebook-Äußerungen. Heiske habe sich nicht zum Kreisparteitagsbeschluss geäußert, der ihn auffordert, aus der Partei auszutreten und seine Ämter niederzulegen. Deshalb habe Terwiesche am Montag einen Antrag auf Parteiausschluss beim Landesschiedsgericht eingereicht. Heiske könne nun dazu Stellung nehmen.

"Unerklärlich"

Er habe viele Jahre mit Heiske in der Partei zusammengearbeitet, so Terwiesche: „Es ist mir unerklärlich, wie jemand so einen Unfug und Mist von sich geben kann.“ Die Grenze zur freien Meinungsäußerung habe Heiske deutlich überschritten. Der Schermbecker Heinz Schwiese über Heiskes Äußerungen: „Dieser Wortschatz, der passt nirgendwo hin.“ Da der Antrag beim Schiedsgericht gestellt sei, müsse der Ortsparteitag formal keinen Beschluss fassen, so Terwiesche. Abgestimmt wurde dennoch: Gegen die Stimme des Schatzmeisters Detlef Rudatus stellten sich sieben Ortsverbandsmitglieder hinter den Kreisparteitagsbeschluss. Erika Rottinghaus hatte die Versammlung bereits verlassen. Nun soll, formal korrekt, zu einem weiteren Ortsparteitag eingeladen werden, um, so Terwiesche, Heiske „seines Amtes als stellvertretender Vorsitzender zu entheben.“ 

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