Geschäftsleute sind solidarisch, verzichten aber nicht auf Service

Umfrage auf der Mittelstraße

SCHERMBECK Lebhafte Reaktionen löste der Schermbecker Fahrradhändler aus, der die Reparatur eines Discounter-Rads verweigerte. Bei unserer Online-Umfrage zeigte eine deutliche Mehrheit der User Verständnis für die Haltung des Händlers. Die meisten seiner Kollegen auf der Schermbecker Mittelstraße würden allerdings anders reagieren.

von Von Berthold Fehmer

, 10.07.2009, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geschäftsleute sind solidarisch, verzichten aber nicht auf Service

Günter Sprenger von PC Ultimate repariert auch Geräte, die nicht in seinem Laden gekauft wurden.

Zunächst geht es ins Computer-Fachgeschäft „PC-Ultimate“. Was würde passieren, wenn wir mit einem defekten Discounter-Rechner unter dem Arm hereinspazieren würden? „Wir reparieren den wohl, da haben wir kein Problem mit“, sagt Günter Sprenger, fügt aber sofort hinzu: „Ohne den Verkauf könnten wir nicht überleben. Das ist immer ein Mischgeschäft.“ Mehr ärgern Sprenger Anrufe, in denen eine „Ferndiagnose“ gewünscht wird. Oder Kunden, die sich lange beraten lassen, um anschließend doch anderswo zu kaufen. Weiter geht´s zu „Augenoptik von der Höh“: Würde hier eine Brille vom Billiganbieter repariert? „Wir machen keinen Unterschied zwischen Brillen, die hier oder woanders gekauft wurden“, sagt Karl-Heinz von der Höh. „Durch guten Service könnte es ja irgendwann mein Kunde werden.“

Eine Ausnahme gebe es: „Wenn ich sehe, dass eine neue Brille nicht richtig angepasst wurde, bitten wir den Kunden, die Brille doch lieber da anpassen zu lassen, wo sie gekauft wurde.“ Generell seien die meisten Service-Leistungen bei ihm kostenlos, man lebe fast ausschließlich vom Verkauf. „Ich schicke hier keinen raus. Der nächste Kauf könnte ja bei mir stattfinden“, sagt Helmut Lippach von Ringfoto Lippach auf die Frage, ob bei ihm ein Gerät repariert würde, das nicht im Fachhandel gekauft wurde. „Bei billigen Discounter-Kameras lohnt sich die Reparatur allerdings oft nicht.“ Der Fall liege bei ihm aber anders als beim Fahrradhändler, da die Kameras eingeschickt würden, er also nicht das Risiko der Gewährleistung übernehmen müsse. Vom „Beratungsklau“ ist auch Lippach genervt. „Das ist vielen Kunden vielleicht nicht mal bewusst.“

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