"H-Blockx"-Sänger spielte bei "Nappenfeld´s"

Geschlossene Gesellschaft

"Geschlossene Gesellschaft“ stand am Samstagabend auf dem Schild vor der Gastwirtschaft „Nappenfeld´s“. Nur Stammgäste und Freunde waren zum Konzert von Henning Wehland und seiner Band geladen, die ein begeisterndes Konzert hinlegten.

Schermbeck

, 30.07.2017 / Lesedauer: 3 min
"H-Blockx"-Sänger spielte bei "Nappenfeld´s"

Henning Wehland (2.v.r.) und seine Band brauchten nicht lang, um das Publikum voll auf ihre Seite zu ziehen.

Henning Wehland? Wem der Name nichts sagt: Das ist der Frontmann der Band „H-Blockx“, Sänger bei den „Söhnen Mannheims“, Manager der Band „The BossHoss“, Juror bei der Fernseh-Casting-Show „The Voice Kids“ und an dieser Stelle könnte man noch lange weiter machen, wenn der Platz dafür reichen würde. Ein echtes Schwergewicht in der deutschen Musik also, der in diesem Jahr nach einer Single mit Sarah Connor ein Solo-Album „Der Letzte an der Bar“ veröffentlicht hat. Wehland hatte im Internet denjenigen ein Konzert mit seiner Band versprochen, die das kreativste Video zu seinem Song „Tanz um dein Leben“ zuschicken würden. Beim Video, das Stammgäste von Nappenfeld´s aufgenommen hatten, sei „von der ersten Sekunde an klar gewesen, dass Schermbeck gewinnen würde“, so Wehland: „Ihr seid die Geilsten.“

„Kneipe mit Anspruch“

Die Musik, die er jetzt macht, beschreibt Wehland mit den Worten „Kneipe mit Anspruch“ und viel besser kann man es nicht ausdrücken. Musik, die man notfalls mitgröhlen kann („Heute wird gesoffen“), stampfende Beats, aber auf der anderen Seite auch nachdenklichere Titel wie „Der alte Mann und das Leergut“, eine Verballhornung von Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“, in dem über einen Flaschensammler gesungen wird, der „mehr trinkt, als ihm gut tut“ – eine Beobachtung, die man wohl jeder schon mal gemacht hat.

Voller Energie

Voller Energie, aber sparsam instrumentiert mit Akustik-Gitarre und E-Bass waren die Songs, bei denen einer häufiger für Überraschungs-Momente sorgte: Beatboxer „Rocko Beats“, der statt seine Stand-Tom zu benutzen, den Rhythmus meistens mit dem Mund erzeugte. Und bei einem Solo-Teil das Kunststück fertigbrachte, Rhythmus, Bass und Lead-Gesang (etwa bei Michael Jacksons „They don´t care about us“) gleichzeitig zu performen – ganz großer Sport. Der Mann hätte die Stimmung im Laden vermutlich auch allein zum Kochen gebracht: „Ihr könnt euch jetzt schon mal ausziehen.“

Wehland war sichtlich angetan von der Stimmung in Schermbeck: „Da muss ich erst meine Heimat verlassen, um zu merken, wo ich zu Hause bin.“ Ihm gelang es, stets den Draht zum Publikum zu halten, das bereitwillig mitsang und feierte. Witzige Anekdoten über die Entstehung von Songs der „H-Blockx“ „in Unterhosen auf dem Hotelbett“ oder der Söhne Mannheims zeigten, dass hier jemand mit jahrzehntelanger Erfahrung im Musik-Business auf der Bühne stand. Der nicht nur große Bühnen, sondern auch kleine Kneipen rocken kann. Ein toller Abend fürs Nappenfelder Stammpublikum.