In der Mensa der Gesamtschule Schermbeck soll weniger weggeworfen werden

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Was in der Schermbecker Gesamtschul-Mensa auf den Tellern landet, bestimmen die Schüler. Nun soll untersucht werden, wie viel Essen weggeworfen wird.

Schermbeck

, 23.09.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei kleine Kartöffelchen mit Currywurst. Ein Riesenteller Nudeln mit Bolognese-Soße. Kartoffelpüree mit Rotkohl und Braten. Sich anzuschauen, was auf den Tellern der Gesamtschüler mittags auf dem Teller landet, ist durchaus interessant. Free-Flow-System nennt Hauskoch Ulrich Lütke das Büfett, bei dem sich jeder Schüler frei auswählen kann, was er essen möchte. Dadurch werde weniger weggeworfen, sagt Lütke. Wie viel es immer noch ist, wollte er genau wissen.

Unterstützung von der Verbraucherzentrale

Mit Antonia Blumenthal von der Verbraucherzentrale versucht Lütke, dies in den nächsten drei Wochen herauszufinden. „Das Projekt wird gefördert vom Umweltministerium“, sagt Blumenthal. Ziel ist, den Speiseplan klimafreundlich zu gestalten, die Speiseabfälle zu reduzieren. Sie hat bereits einige Mensen besucht. „Das ist sehr gemütlich hier, nicht riesig und kühl wie anderswo. Eine sehr ansprechende Theke“, gibt Blumenthal ihre ersten Eindrücke wieder.

120 bis 140 Schüler essen mittags in der Mensa. „Die Kinder haben die Hoheit über den Löffel“, sagt Lütke. Was übrig bleibe, sei kein Abfall, sondern Wertstoff. Reste würden über den Entsorger Refood in einer Biogasanlage verbrannt. Dennoch sei die Überproduktion von Essen nicht zielführend, sagt Lütke und das auch als Unternehmer. Zur Untersuchung sagt er: „Wir sind selber ganz gespannt.“

„Die Kinder haben die Hoheit über den Löffel.“
Hauskoch Ulrich Lütke

Das herausgegebene Essen wird gewogen, und am Ende das, was auf Tellern und in Schüssel geblieben ist. An zehn Tagen wird das gemacht, anschließend werden laut Blumenthal alle Daten in ein Programm eingegeben. Am Ende gibt es eine Auswertung, die etwa zeigt, wie viele Kartoffeln übrig bleiben, wie viel Soße. Blumenthal zeigt ein solches Diagramm für eine andere Mensa, wo 24 Prozent der Lebensmittel am Ende entsorgt wurden. Was fast dem Durchschnittswert von 25 Prozent entspricht.

Der Pudding ist immer leer

Lütke schätzt, dass es bei seiner Mensa 18 Prozent sind. Und er hat sich als Ziel gesetzt, diesen Wert bis Schuljahresende auf 5 Prozent zu drücken. Beim Vanille- und Schokopudding wäre das schon jetzt kein Problem: „Der ist immer leer.“

Doch damit kommt man auch schon zum „Zielkonflikt“, der entstehen könnte. Denn beim Salat hätten die Schüler aus Sicht der Erwachsenen durchaus gerne mal öfter zulangen können. „Die Schüler müssen am Salat vorbei“, sagt Lütke grinsend über den Weg, den die Schüler in der Mensa nehmen. Auch die drei Gemüseschnitzel treffen an diesem Tag offensichtlich nicht den Geschmack der jungen Besucher.

Schüler könnten auch selbst Gerichte vorschlagen

Bedeutet das dann demnächst: mehr Vanillepudding und kaum noch Salat? Das will natürlich so auch niemand. Schulleiter Norbert Hohmann will das Thema Mensa und Ernährung noch mehr ins Bewusstsein rufen, indem etwa Fünftklässler am Anfang stärker an die Mensa herangeführt werden. Oder Schüler vielleicht selbst Gerichte vorschlagen und bei der Zubereitung helfen. Oder die Schüler noch mehr an der Theke zum Probieren anderer Lebensmittel angesprochen werden. Solche Ideen sollen demnächst diskutiert werden. Auch im Mensarat, den es seit dem letzten Schuljahr gibt.

Blumenthal kann von der Verbraucherzentrale auch Bildungsangebote empfehlen. So könne man etwa den Speiseplan auf Klimafreundlichkeit überprüfen, vielleicht den Fleischeinsatz reduzieren. Das Bewusstsein der Schüler für solche Themen dürfte gerade so groß wie noch nie sein.

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