Kreis wehrt sich gegen Kritik nach Campingplatz-Schließung

Redakteur
Einige Hütten wurden auf dem Campingplatz „Hohes Ufer“ bereits abgerissen. Dem Kreis Wesel reicht das allerdings aus Brandschutzgründen noch nicht.
Einige Hütten wurden auf dem Campingplatz „Hohes Ufer" bereits abgerissen. Dem Kreis Wesel reicht das allerdings aus Brandschutzgründen noch nicht. © Berthold Fehmer
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Bei der Hotline des Kreises hätten sich in den vergangen Tagen viele Pächter des Campingplatzes „Hohes Ufer“ gemeldet, so der Kreis in einer Mitteilung. „In der überwiegenden Anzahl der Telefonate war im Verlauf des Gesprächs eine Akzeptanz der Anrufenden für die getroffenen Maßnahmen erkennbar.“

Der Kreis betont die Gefahr auf dem Platz: „Die rund 170 Parzellen auf dem Campingplatz Hohes Ufer/Overbeck sind an keiner Stelle durch Brandschutzstreifen unterteilt, sodass sich ein Feuer flächendeckend ausbreiten könnte.“ Die Gebäude bestünden aus Holz und anderen brennbaren Materialien, seien vielfach „Wand an Wand“ aufgestellt. Geheizt werde mit Gas- und Kaminöfen.

Handfeuerlöscher würden dann im Brandfall nicht mehr ausreichen. „Besonders nachts muss damit gerechnet werden, dass ein Brand zunächst von den anderen Pächtern unbemerkt bleibt, sodass eine akute Lebensgefahr auch für die Pächter der benachbarten Parzellen entsteht.“ Die Hitzeentwicklung könne die schmalen Fußwege für Flüchtende unbenutzbar machen.

Probleme bei Wasserentnahme aus dem Kanal

Löschwasser aus dem Kanal zu entnehmen, sei schwierig: Es gebe dafür keinen Aufstellplatz oder ein sicher im Wasser stehendes Ansaugrohr. Die steile Böschung sei für die Saugschläuche der Feuerwehr „nicht gut geeignet“, so der Kreis. Er weist den Vorwurf mangelnder Kontrollen zurück: Laut Gesetzgeber habe der Betreiber von Gebäuden eine weitreichende Eigenverantwortung beim Baurecht und Brandschutz. Die Bauaufsicht werde „erst dann wieder tätig, wenn Anhaltspunkte für baurechtswidrige oder sogar Menschenleben gefährdende Zustände bestehen“.

Auf dem Platz seien keine Baugenehmigungen für Häuser auf Parzellen ausgesprochen worden, so der Kreis zu anderslautenden Behauptungen. Die Pächter habe der Kreis erst spät informieren können, weil erforderliche Daten (etwa Namen) nicht vorgelegen haben. Eine Liste habe der Betreiber erst Ende Januar zugesandt, obwohl sie im November bereits vom Kreis angefordert worden sei.

Persönliches Gespräch

Der Betreiber sei Anfang Dezember zu zeitlich gestaffelten Maßnahmen bis zum Frühjahr aufgefordert worden. „Spätestens mit Ablauf des Pachtjahres hätten zahlreiche Kündigungen durch die Betreiber gegenüber den Pächtern ausgesprochen werden müssen“, so der Kreis. Die Situation sei den Betreibern in einem persönlichen Gespräch am 9. Dezember 2021 von Kreis- und Gemeindevertretern „eindringlich geschildert“ sowie die Konsequenzen aufgezeigt worden.

Eine Kontrolle Anfang Januar habe keine ausreichenden Aktivitäten oder Vorbereitungen vor Ort erkennen lassen, weshalb der Kreis die Nutzungsuntersagung habe aussprechen müssen und den Betreiber verpflichtet, die einzelnen Pächter umgehend zu informieren.

Der Kreis informiert betroffene Pächter unter camping@kreis-wesel.de bei weitergehenden Fragen.

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