Kritik vom Landrat: Im Kreis Wesel wurde weniger geimpft als geplant

Coronavirus

1.800 Impfdosen hätten am Dienstag in Alten- und Pflegeeinrichtungen im Kreis Wesel verimpft werden können, abgerufen wurden von den Impfteams jedoch nur 400. Der Landrat kritisiert das.

Schermbeck

, 30.12.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Kreis Wesel wurden am Dienstag nur 400 der 1.800 zur Verfügung stehenden Impfdosen verimpft.

Im Kreis Wesel wurden am Dienstag nur 400 der 1.800 zur Verfügung stehenden Impfdosen verimpft. © picture alliance/dpa

Für den Kreis Wesel konnte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) für am Dienstag (29. Dezember) weitere rund 1.800 Impfdosen für Alten- und Pflegeeinrichtungen abrufen. Offenbar wurden jedoch nur 400 der zur Verfügung stehenden Impfdosen durch die KVNo angefordert und verimpft. Das geht aus einer Pressemitteilung des Kreises Wesel hervor.

Die KVNo ist gemäß der festgelegten Aufgabenteilung und Handreichung des Landes dafür zuständig, die aufsuchende Impfung in den Einrichtungen zu organisieren und durchzuführen. Das Land hatte den Kreis Wesel aufgefordert, der KVNo eine Liste der Altenpflegeeinrichtungen im Kreis zur Verfügung zu stellen, aus der der frühestmögliche Zeitpunkt hervorgeht, zu dem Impfungen der Bewohner und Mitarbeiter möglich sind.

„Der Kreis Wesel hat seine Hausaufgaben pünktlich erledigt“

Für das Jahr 2020 beinhaltet diese Liste rund 2.200 potenzielle Impflinge. „Der Kreis Wesel hat seine Hausaufgaben damit pünktlich und umfassend erledigt“, so Landrat Ingo Brohl. Gemäß der Aufgabenteilung sei jetzt die KVNo für die Detailorganisation und Durchführung der aufsuchenden Impfung in den Einrichtungen verantwortlich. Nach Auffassung des Kreises muss die KVNo ihre Abläufe hier jedoch noch deutlich verbessern. Der Kreis Wesel sei auch weiterhin gerne bereit, die KVNo hierbei zu unterstützen.

Landrat Ingo Brohl setzt sich deshalb für einen pragmatischen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Impfdosen ein. „Es ist offensichtlich schwierig, alle zur Verfügung stehenden Impfdosen für die aufsuchende Impfung in den Heimen schnell einsetzen zu können“, so der Landrat.

Impfung von Krankenhauspersonal vorziehen

„Statt die für den Kreis Wesel zur Verfügung stehenden Impfdosen also zunächst zurückzustellen, ist aus meiner Sicht ein pragmatisches Vorgehen sinnvoll. Die zeitnahe Impfung von medizinischem und Pflegepersonal auf den Intensivstationen und in den Coronabereichen in Krankenhäusern hat auch für den Bund gemäß Corona-Impfverordnung höchste Priorität. Dies sollte deshalb ergänzend zu Impfungen in Altenpflegeeinrichtungen auch im Kreis Wesel mit den zur Verfügung stehenden Impfdosen geschehen.“ Der Kreis Wesel stehe zudem in engem Austausch mit der KVNo, um diese zu unterstützen, damit zeitnah möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft werden können.

Die Impfaktion im Kreis Wesel hat am Sonntag, 27. Dezember, mit zunächst 180 Impfdosen in einer Moerser Altenpflegeeinrichtung begonnen.