Vor allem im Außenbereich Schermbecks gibt es nicht an jeder Ecke einen Hydranten. Die Löschwasserversorgung ist deshalb an einigen Stellen problematisch. © picture alliance/dpa
Löschwasser

Löschwasser-Streit: Bürgermeister erwartet Lob statt Kritik

Bei der Löschwasserversorgung sehen die Grünen „ganz erhebliche Lücken“, die Verwaltung verweist auf ihre Erfolgsbilanz. Hubert Große-Ruiken: „Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht.“

Die Grünen hatten im Vorfeld der Sitzung des Hauptausschusses kritisiert, dass der Haushaltsansatz für die Umsetzung des Löschwasserkonzepts von 100.000 auf 50.000 Euro gesenkt wurde. Sie forderten zudem eine neue Prioritätenliste mit Maßnahmen. „Das ist eine Pflichtaufgabe“, so Ulrike Trick (Grüne).

Auf 19 Jahre war die Dauer der Behebung der Löschwasser-Defizite bei Erstellung des Löschwasserkonzepts geschätzt worden. Irmgard Schwenk von der Verwaltung sagte im Ausschuss, dass tatsächlich nun aber bereits nach fünf Jahren fast 50 Prozent der Liste abgearbeitet sei.

Ulrike Trick kritisierte: „Es gibt aber noch erhebliche Lücken.“ Bürgermeister Mike Rexforth machte deutlich, dass er statt Kritik eigentlich ein Lob angebrachter fände: „So zu tun, als hätten wir nichts getan, ist falsch.“ 500.000 Euro seien bislang im Haushalt zur Verfügung gestellt worden. Man habe aber nur insgesamt 80.000 Euro ausgegeben und trotzdem mehr als erwartet erreicht. „Weil wir entsprechend mit Grundstückseigentümern zusammengearbeitet haben.“

„Vielleicht sind wir schon in zehn Jahren durch“

Rexforth: „Vielleicht sind wir schon in zehn Jahren durch statt in 19.“ Der Aufwand im Rathaus müsse aber auch zu leisten sein, da die Umsetzung des Konzepts viele Termine und Gespräche mit Eigentümern, Feuerwehr und teilweise auch dem Kreis erforderten. Rainer Gardemann (CDU) erinnerte zudem daran, dass die Gemeinde Schermbeck im Jahr 2021 tatsächlich für die Löschwasserversorgung im Gewerbegebiet 400.000 bis 500.000 Euro ausgeben werde.

„Wir sind in der Haftung“, sagte hingegen Stefan Steinkühler (Grüne). Aus diesem Grund solle man weiter 100.000 Euro jährlich in den Haushalt einstellen. Die 100.000 Euro seien eine „höchstwillkürliche“ Summe, sagte Rexforth „irritiert“. Er glaube, dass die Gemeinde „so gut wie möglich“ mit dem Problem umgehe. Die Probleme beträfen Bauten im Außenbereich, die wegen der fehlenden Löschwasserversorgung „gar nicht genehmigt“ hätten werden dürfen. „Wir rennen den Fehlern der Vergangenheit hinterher.“

Sachbearbeiter verloren

Die Verwaltung könne natürlich mehr in der Frage tun, so Rexforth. „Dann geben Sie uns einen an die Hand, der das abarbeitet.“ Man habe mit Marc Lindemann den zuständigen Sachbearbeiter verloren – ein neuer müsse erst eingearbeitet werden. „Da kommen gerade ein paar widrige Umstände hinzu.“

„Der Auftrag an die Verwaltung lautete nicht, 100.000 Euro pro Jahr auszugeben, sondern die Löschwasserversorgung herzustellen“, erinnerte Hubert Große-Ruiken (CDU). „Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht.“ Gegen die Stimmen der Grünen wurde der Antrag der Grünen abgelehnt.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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