Negativzins: Volksbank plant Schutzschirm gegen „vagabundierende Gelder“

Negativzins

Die Volksbank plant trotz eines der besten Geschäftsjahre ihrer Geschichte mit Negativzinsen, um sich „vor vagabundierenden Geldern zu schützen“. Was das für die Kunden bedeutet.

Schermbeck

, 05.02.2020, 13:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Negativzins: Volksbank plant Schutzschirm gegen „vagabundierende Gelder“

Die Volksbank-Vorstände Rainer Schwarz (l.) und Norbert Scholtholt planen einen Schutzschirm für Kunden und Bank, falls der Negativzins flächendeckend eingeführt wird. © Berthold Fehmer

„Wir werden nicht die Ersten sein, die Negativzinsen einführen, aber bestimmt nicht die Letzten“, sagt Rainer Schwarz, Vorstand der Volksbank Schermbeck. Man wolle einen Schutzschirm, „um uns vor vagabundierenden Geldern zu schützen“.

Was heißt das? Schwarz wettet, dass alle Institute aufgrund gesunkener Margen in der Niedrigzinsphase mittlerweile Konzepte in der Schublade haben, die gezogen werden, wenn Negativzinsen in großem Stil von anderen Instituten eingeführt werden.

Sobald diese Dämme brechen, wird damit gerechnet, dass Kunden, die betroffen sind, ihre Gelder zu anderen Instituten bringen, wo kein Negativzins erhoben wird. Diese könnten aber selbst das Geld bei der Bundesbank nur mit Negativzinsen unterbringen. Man werde die Mitbewerber intensiv beobachten, sagt Schwarz.

Negativzins könnte schon jetzt erhoben werden

Gesetzt den Fall, jemand käme jetzt mit einer größeren Millionensumme. Dann würde man dem Kunden andere Anlageformen, etwa Aktien, empfehlen, so Vorstand Norbert Scholtholt - falls der Kunde aber auf dem Wunsch beharre, bereits jetzt einen Negativzins erheben.

Für Altkunden mit Altverträgen ist das noch kein Problem. „Die müssten erst geändert werden“, so Scholtholt. Die Kundenbeziehung werde zunächst geprüft, so Schwarz, der Negativzinsen derzeit nur bei großen Summen für möglich hält. „Knapp 10 Prozent unserer Kunden wären betroffen.“

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