Neuer Bücherschrank und E-Bike-Ladestation am Rathaus

hzKlimaschutz

Mit zwei Projekten verabschiedet sich Klimaschutzmanager Thomas Heer aus der Gemeinde: ein Bücherschrank und eine E-Bike-Ladesäule. Ein weiteres Projekt ist in der Warteschleife.

Schermbeck

, 31.08.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

An seinem letzten Arbeitstag als Klimaschutzmanager in Schermbeck stellte Klimaschutzmanager Thomas Heer vor seinem Wechsel nach Unna zwei Projekte vor, die mit der Firma innogy umgesetzt werden konnten. Mit dem Entfernen einer weißen Schleife gab Heer den Bücherschrank auf dem Platz am Brunnen vor dem ehemaligen Café „Ännekens Tenne“ für die Öffentlichkeit frei.

„Es ist ein Experiment“, sagt Thomas Heer. Wie in Dorsten oder Raesfeld bereits üblich soll der Bücherschrank dazu dienen, dass rund um die Uhr Bücher eingestellt und rausgenommen werden können. „Fast 200 Bücher passen rein“, sagt Hans-Jürgen Greve, der den Bücherschrank seit 2007 baut und das Schermbecker Modell als das 205. bezeichnet.

350 Kilo schwer

350 Kilo schwer ist der Schrank und aus Cortenstahl gefertigt. „Die Rostschicht ist die Schutzschicht. Bitte nicht putzen!“, sagt Greve. Die wohl bei jeder Aufstellung eines Bücherschranks geäußerte Befürchtung, dass Vandalen ihr Unwesen treiben könnten, kontert Greve mit der Statistik: „In diesem Jahr sind wir bei 0,5 Prozent.“ Heißt: Nur ein Schrank wurde von Vandalen angegriffen.

Dennoch: Ganz ohne Betreuung funktioniert das System Bücherschrank nicht. Als Patinnen werden Yvonne Gretzinger und Claudia Fröhlich immer nach dem Rechten sehen - ob etwa „zu alte Schinken“ darin versauern. Dank erhielten sie dafür von Thomas Heer und Bürgermeister Mike Rexforth. Letzterer dankte auch Heer für seine Arbeit und Initiative. Und drückte seine Hoffnung aus, dass auch „Ännekens Tenne“ demnächst eine Nachfolgenutzung erfahren könne.

„Total unkompliziert“

Das Weitergeben und erneute Nutzen von Büchern sei auch ganz klar Klimaschutz - deshalb habe ihn Thomas Heer auch nicht lange überzeugen müssen, so Rexforth. Ein Bücherschrank sei „total unkompliziert“ und auch ein gutes Angebot für Menschen, die sich keine Bücher leisten könnten.

Die neue E-Bike-Ladesäule am Rathaus kann bis zu sechs Fahrradakkus und sechs Handyakkus gleichzeitig befüllen. Für den Nutzer ist das kostenlos.

Die neue E-Bike-Ladesäule am Rathaus kann bis zu sechs Fahrradakkus und sechs Handyakkus gleichzeitig befüllen. Für den Nutzer ist das kostenlos. © Berthold Fehmer

Dirk Krämer, Kommunalmanager von innogy, lobte ebenfalls die Zusammenarbeit mit Heer. Diese trug auch Früchte bei der neuen E-Bike-Ladestation vor dem Rathaus. Diese bietet drei Doppelsteckdosen und insgesamt sechs USB-Anschlüsse. 100 Meter weiter, beim King Grill, kann man einen von drei Schlüsseln gegen den Personalausweis als Pfand erhalten. Damit kann man eines der drei Fächer auf- und abschließen, also etwa auch Fahrrad-Akku und Smartphone zum Laden einschließen. Den Strom gibt es für Nutzer kostenlos.

Zwei Steckdosen und zwei USB-Anschlüsse stecken in jedem der drei Fächer.

Zwei Steckdosen und zwei USB-Anschlüsse stecken in jedem der drei Fächer. © Berthold Fehmer

Etwa zwei bis drei Stunden brauche ein Fahrrad-Akku zum Aufladen, sagt Rexforth: „Genau richtig, um zu essen und ein Bier zu trinken“. Die Ladestation sei auch ein Aufschlag für die geplante Mobilstation am Rathaus. Heer sagt, dass man dort mit Fördermitteln Fahrradboxen aufstellen wolle - ob diese dann auch mit einer Ladestation ausgestattet sein werden, müsse man durchrechnen.

Lastenfahrrad zum Ausleihen

Ein drittes Projekt hätte Heer gerne ebenfalls an seinem letzten Arbeitstag vorgestellt: „Shermybike“. Mit der Energiegenossenschaft und dem „Bike Shop“

von Dominic Spahn will die Gemeinde ein Lastenfahrrad zum Leihen anbieten. Wegen des Coronavirus seien aber leider die Lieferzeiten zu lang gewesen, sagt Heer. Dieses Lastenrad soll, wenn es geliefert werden kann, im Bike Shop stationiert werden. „60 Prozent bezahlt das Land“, sagt Heer. Das Ausleihen soll kostenlos sein - eine Spendendose soll aber aufgestellt werden. In der Schermbeck-App, so Heer, solle man dann das Rad zum gewünschten Termin buchen können.

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