Neuer Standort für geplantes Tierkrematorium gesucht

Tierkrematorium

Das geplante Tierkrematorium in Schermbeck stößt beim Planungsausschuss auf gemischte Gefühle. Günter Beck (CDU) sagt: „Diese Art Industrie gehört nicht an diese Stelle.“

Schermbeck

, 06.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Neuer Standort für geplantes Tierkrematorium gesucht

Für das geplante Tierkrematorium in Schermbeck wünschen sich die Politiker einen neuen Standort. © Berthold Fehmer

Das Weseler Unternehmen Cremare plant, ein Krematorium für Heimtiere und Pferde in Schermbeck zu errichten und seine Firmenzentrale an den Standort zwischen Hoogen Diek im Norden, Kapellenweg im Westen und Hufenkampweg im Süden zu verlegen.

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Doch dieser Standort stößt bei den Politikern auf Skepsis. Und auch Anwohner, die die Sitzung am Donnerstag verfolgten, zeigten eine ablehnende Haltung. Michael Hintzen, der als Ingenieur das Projekt für Cremare betreut, antwortete zunächst auf Fragen der Politiker und erklärte das Prozedere der Einäscherung.

Egon Stuhldreier (CDU) fragte nach den Kühlkapazitäten für Pferde und erhielt als Antwort von Hintzen, dass Pferde in der Regel sofort kremiert werden sollten, der Kühlraum für ein Pferd aber ausreichend bemessen sei. Auch die Abholung und Verwesungsprozesse wurden thematisiert, wobei Hintzen auf den speziellen Kühltransporter hinwies, mit dem die Pferde abgeholt werden. Man rechne mit einem Pferd pro Tag, das eingeäschert werde, und das sei schon eine optimistische Schätzung.

Störungen

Ein anlagenspezifischer Geruch sei „so gut wie auszuschließen“, sagte Hintzen auf Nachfrage. Wenn man mal eine weiße Wolke aus dem Schornstein sehe, sei dies Kondenswasser. Günther Beck (CDU) fragte nach, warum es in Lackhausen Beschwerden gegeben habe, die unternehmensseitig mit Störungen begründet worden sein. Zu Störungen könne es kommen, wenn Strom oder Gas ausfielen, so Hintzen, aber die in Schermbeck geplante Anlage werde in einem solchen Fall auf Bypass-Betrieb geschaltet und runtergefahren. „Das ist wie bei jeder anderen gewerblichen Anlage“, sagte Hintzen und verwies darauf: „Es wird hier kein Sondermüll verbrannt.“

Eine frühere Öffentlichkeitsbeteiligung hätten sich einige Politiker gewünscht. Auf Nachfrage sagte Hintzen, dass das Unternehmen in Niedersachsen ebenfalls eine Erweiterung eines Krematoriums für Pferde geplant habe, dies aber aufgrund des Widerstands in der Bevölkerung nicht weiter verfolgt wurde. „Das war unserer Meinung nicht begründet und hat eine Eigendynamik entwickelt.“ Bei Kontrollen des Unternehmens habe sich immer gezeigt, dass man die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionswerte deutlich unterschritten habe.

„Etliche Bürger machen sich größte Sorgen“

„Etliche Bürger machen sich größte Sorgen“, sagte Beck, der sich für das exponierte Grundstück, das im Besitz von Cremare ist, eine andere Nutzung wünschte. Andreas Pieniak (BfB) pflichtete dem bei.

Jürgen Trick (Grüne) schlug vor, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Der Ausschuss folgte einstimmig. Mit dem Kreis Wesel soll nun bis September geklärt werden, welche Abstände einzuhalten sind und ob es ein anderes geeignetes Grundstück in der Gemeinde für Cremare gibt.

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