Manche halten die neuen Pflanzenkübel im verkehrsberuhigten Bereich der Schlenke und Eschenstraße für gefährlich. © Berthold Fehmer
Pflanzkübel

Pflanzkübel sorgen in verkehrsberuhigter Straße für Ärger

Drei neue Pflanzkübel sorgen im verkehrsberuhigten Bereich der Schlenke und Eschenstraße aktuell für Ärger. Zwischen „Alles andere als schön“ und „Saugefährlich“ schwanken die Kommentare.

Die Gemeinde hatte die drei massiven Beton-Pflanzkübel am Dienstag aufgestellt – die Diskussion in den Sozialen Medien ließ nicht lange auf sich warten. „Unser Dorf soll schöner werden“, „Andere kaufen sich Möbel in Beton-Optik“ oder auch „Saugefährlich … ein Kleinkind dahinter sieht man null“: Dies sind nur einige Beispiele unter vielen Kommentaren.

Bürgermeister Mike Rexforth erklärte am Mittwoch den Hintergrund: Die Gemeinde habe festgestellt, „dass in dem verkehrsberuhigten Bereich Schlenke/Eschenstraße Fahrzeuge mit teilweise deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren“. Trotz vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit seien die Pflanzbeete, gewollte Engstellen, immer wieder überfahren worden.

Findlinge mit Reflektoren

Dies wollte die Gemeinde durch Findlinge in den Pflanzbeeten verhindern. Auch da habe es Vorwürfe aus der Bürgerschaft gegeben, die Steine seien aufgrund der Größe zu schlecht wahrzunehmen und eine Gefahr für Fahrradfahrer. Weder Polizei noch die Gemeinde Schermbeck als Ordnungsbehörde hätten dies bestätigen können: „Zumal die Steine mit Reflektoren versehen waren.“

Rexforth: „Allerdings wurden die Steine anschließend durch Dritte widerrechtlich so verschoben, dass sie in die Fahrbahn ragten. Dieser gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr wurde durch die Gemeinde Schermbeck bei der Polizei zur Anzeige gebracht.“

Um so etwas für die Zukunft auszuschließen, habe man die Pflanzkübel mit einem Meter Höhe aufgestellt, „wie sie sich in anderen Straßen bereits seit Jahrzehnten bewährt haben“. Die Reduzierung der Geschwindigkeit sei gesetzlich vorgeschrieben und auch so gewollt.

„Kinderspiele sind überall erlaubt“

Rexforth erinnert an die Straßenverkehrsordnung, die das Miteinander von Fußgängern und Fahrzeugführern in verkehrsberuhigten Bereichen regelt: „Wer zu Fuß geht, darf die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen. Kinderspiele sind überall erlaubt.“ Fußgänger dürften den Fahrzeugverkehr nicht behindern, aber Fahrzeugführer müssten, wenn nötig, warten.

Die ersten Verschönerungsmaßnahmen wurden bereits ergriffen.
Die ersten Verschönerungsmaßnahmen wurden bereits ergriffen. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Zur Kritik an der Optik kommentierte Rexforth: „Auch wenn bei Maßnahmen der Verkehrssicherheit die Frage optischer Gefälligkeit untergeordnet ist, soll nachfolgend durch eine Bepflanzung der Pflanzkübel ein ansprechendes Erscheinungsbild hergestellt werden.“ Unter den Kommentatoren gab es auch einige, die optische Verbesserungen vorschlugen, etwa das Bemalen mit Farbe oder Zuwachsen mit Efeu. Einen kleinen Versuch einer optischen Aufwertung konnte man schon am Mittwoch beobachten.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt