Neue Betrugsmasche - Polizeisprecherin warnt vor Schockwirkung: „Das ist der Hammer!“

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In mindestens 14 Fällen haben Trickbetrüger am Dienstag im Kreis Wesel versucht, alte Menschen um ihr Geld zu bringen. Dabei setzten sie auf die Schockwirkung einer perfiden Geschichte.

Schermbeck

, 18.09.2019, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit stockender Stimme meldete sich der Anrufer bei der 81-jährigen Weselerin. Als Hauptkommissar Müller aus Oberhausen stellte er sich vor. Er wolle sie darüber unterrichten, dass ihr Sohn gerade einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Dabei sei ein 15-jähriges Mädchen gestorben.

„Es bedarf nicht viel Vorstellungskraft, wie geschockt die Weselerin gewesen sein muss“, so die Polizei in ihrer Mitteilung. Der vermeintliche Hauptkommissar wollte das ausnutzen: Der Sohn der Weselerin werde zum Haftrichter gebracht, daher dürfe sie ihn nicht kontaktieren. Sie könne aber eine Kaution zahlen.

Kontrollanruf

Die Weselerin fing sich schnell wieder: Sie steht regelmäßig mit ihrem Sohn in Kontakt und wusste, dass er sich nicht in Oberhausen aufhalten konnte. Sie gab den Hörer an ihren Mann weiter, rief selbst mit einem anderen Telefon ihren Sohn an. Nachdem der bestätigt hatte, dass nichts passiert sei, konfrontierte die 81-jährige Weselerin den Anrufer damit, worauf dieser auflegte.

„Das ist der Hammer“, sagt Andrea Margraf von der Polizei Wesel zu dieser neuen Masche. Dass sich Täter als Nichten, Enkel, Polizisten oder Kriminalbeamte ausgeben, ist bei der Polizei bekannt, doch diese Masche sei im Kreis zum ersten Mal aufgetaucht. Ob auch in Schermbeck ein solcher Anruf erfolgt sei, konnte Margraf nicht mit Sicherheit sagen, aber es sei in vielen Orten passiert und vermutlich gebe es auch viele Angerufene, die das nicht der Polizei gemeldet hätten.

Ausschließen kann Margraf auch nicht, dass nicht einige auf die Masche hereingefallen sind. „Die übergeben das Geld und schämen sich, wenn sie merken, dass das alles nur ein großer Fake war.“

Polizei gibt Tipps

Einige Tipps, um solche Fakes zu erkennen, gibt die Polizei:

1. Die Polizei überbringe solche schlimmen Nachrichten niemals telefonisch!

2. Man solle niemandem blind vertrauen, auch nicht vermeintlichen Polizeibeamten. „Wenn Sie einen Anruf von der Polizei erhalten, bestehen Sie darauf, zurückzurufen!“ Man solle die bekannte Nummer wählen und sich mit dem Polizisten verbinden lassen.

3. Beim geringsten Zweifel solle man keine Scheu haben, über 110 die Polizei zu verständigen.

Was hält Andrea Margraf von Angerufenen, die Tätern eine Falle stellen? Das könne eine „tolle Sache“ sein, aber auch gefährlich. Die Kriminalpolizei werde, wenn sie informiert werde, immer zuerst klären, ob die angerufene Person dazu in der Lage sei.

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